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zu spielen. Sie durften auch nach eingeholter Erlaubnis an öffentlichen und Privat- Vergnügungen in der Stadt theilnehmen, selbst Tänze und Schauspiele aufführen ¹).
Zu der Zeit, als Mel diese Anstalt besuchte, stand sie unter der Leitung des sehr verdienten Rectors Joh. Daniel Crug, welcher das Rectorat, nachdem er seit 1651 Conrector gewesen, von 1662 bis 1704 verwaltete, also im Ganzen 43 Jahre an dem Gymnasium wirksam war. Neben ihm lehrten damals noch der schon erwähnte Joh. Martin Johrenius, als dritter Lehrer Balthasar Wächter und als vierter Carl Tassius.
Fünf Jahre lang hat Mel das Gymnasium zu Hersfeld besucht und während dieser Zeit solche Fortschritte gemacht, dass er kaum fünfzehn Jahre alt durch ein schönes Zeugnis für reif erklärt wurde lectiones publicas zu hören. Mit diesem Zeugnis der Reife begab er sich um Theologie zu studiren zunächst auf die Universität Rinteln. Was ihn dazu bestimmte anstatt Marburg Rinteln zu besuchen, ist nicht auszumachen. Wenn man aber weiss, wie streng man auch damals noch an dem Confessionsunter- schiede hing, wenn man liest, dass, noch während Mel das fersfelder Gymnasium be- suchte, ein Schüler, Namens von Oeynhausen, den Freitisch verlor, weil er lutherischer Confession war und auch nicht reformirt werden wollte, so nimmt es einen Wunder, dass der reformirte Mel vor allen andern die lutherisehe Universität Rinteln besuchte. Es hat dies freilich an ihm später die schönsten Früchte getragen. Er ist zwar noch nicht lutherisch dadurch geworden; er hat aber nie ein liebloses Wort gegen die Lutheraner ausstossen oder die diesen gewordenen Gnadengaben verächtlich finden können. Indes- sen herrschte auch auf der Universität Rinteln schon von Anfang ihres Bestehens kein exclusiv lutherischer Geist. Noch irenischer war dieser aber geworden, als die Univer- sität mit der Hälfte der Grafschaft Schaumburg durch den Westfälischen Frieden an Hessen gefallen war. Da wurden fast alle theologische Lehrstühle mit Schülern und Anhängern Calixts(Musäus, Molanus, Eckart, Henichen) besetzt, welche sich auf dem Religionsgespräch zu Cassel 1661 mit den reformirten Marburger Theologen zu einer Transaction bereit finden liessen ²2). Ja, der Confessionalismus hatte sich in Rinteln so
¹) S. von Rommel, Landgraf Carl von Hessen. Cassel 1858. S. 24. In dem dort mitgetheilten Tagebuch Landgraf Carls heisst es unter dem 16. Merz 1587:„Einer Komödie der Klosterbursche in Hersfeld beigewohnt.“ Es wird eine der damals üblichen Schulkomödien gewesen sein.
*) Henke, das Casseler Religionsgespräch. Marburg 1662. Vgl. desselben Artikel über Molanus in Herzogs Realencyclopädie für Protest. und Kirche.


