Aufsatz 
Dr. Conrad Mel : weiland geistlicher Inspector und Rector des Gymnasiums zu Hersfeld ; ein Lebensbild aus dem Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts / von Alexander Vial
Entstehung
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Mel's Geburt und Entwickelung.

Conrad Mel wurde am 14. August 1666 zu Gudensberg in Niederhessen gebo- ren ¹). Sein Vater, der dortige Pfarrer und Metropolitan Johannes Mel, welcher seine Studien in Cassel, Marburg, Bremen und in Leyden unter Coccejus und Hornbeck ge- macht hatte, war mit Maria Johrenius, der Tochter seines Amtsvorgängers Conrad Johrenius, verheirathet. Von diesem seinem Grossvater mütterlicher Seite hatte Mel auch bei der Taufe den Namen Conrad empfangen. Er war das erstgeborne von zwölf Kindern. Ueber seine Kindheit wissen wir nichts, als dass er früh ungewöhnliche An- lagen verrathend eine gute Erziehung genoss, infolge deren er schon in seinem zehn- ten Lebensjahr, im Jahr 1676, auf das Gymnasium zu Hersfeld geschickt werden konnte, wo seiner Mutter Bruder, der Conrector Joh. Martin Johrenius, Lehrer war.

Diese vom Abt Michael 1570(2. Juli) nach den Grundsätzen der Sächsischen Schulordnung gestiftete und nachher mehrfach, namentlich aber 1634 nach den Grund- sätzen eines Trotzendorf und Sturm, sowie 1656 nach der Hessischen Schulordnung re- formirte Schule war eine gelehrte Fürstenschule ohne allen Zusammenhang mit den Stadtbehörden und der Stadtschule ²). Sie war bestimmt die Schüler zu den akademischen Studien vorzubereiten zugleich mit besonderer Rücksicht auf die zukünftigen Theologen. Die Oberaufsicht oder das Scholarchat führten die obersten Stiftsbeamten, die nähere Aufsicht der Rector oder Gymnasiarch, der zugleich Inspector der Kirchen des ehema- ligen Fürstentums Hersfeld war. Dieser hatte vorzugsweise die ganze Anstalt zu leiten,

1) Vgl. Das Ehrengedächtniss eines grauen llaupts, Trauerrede bei dem Begrâbnis Mels von J. H. Ledderhose, Pfarrer zu Niederaula. Dies findet sich auch angedeuckt an die Sammlung der Predigten Mels, welche den Titel fährt: Letzte Reden der Sterbenden. 4. Aufl. Cassel 1756 und an die Predigtsammlung Mels: Zions Lehre und Wunder. Cassel 1746.

Strieders Hessische Gelehrtengeschichte: Mel.

Acta historico-ecctesiastica. Band I. 1736. 8 105 ff.

2) S. die Chronik des Hersfelder Gymnasiums(Gymnasialprogramm von 1836 und 1837) von Di-

4 rector Dr. Wilhelm Münscher, und Beiträge zur Geschichte und Statistik des Hessischen Schulwesens im 17. Jahrhundert von Dr. H. Heppe. S. 66 70.

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