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Ausdruck folgende Schlußworte, die wir hier mitzuteilen nicht unter⸗ laſſen können:„Bevor ich ſchließe, erfülle ich eine ſchmerzliche Pflicht, indem ich des ſchweren Verluſtes gedenke, der die deutſche Wiſſenſchaft und unſere Hochſchule betroffen hat. Unſer ehrwürdiger, hoch⸗ verdienter Germaniſt, Dr. Karl Weigand, iſt geſtern Abend plötz⸗ lich geſtorben. Eine Seele rein wie Gold, ein Gelehrter von umfaſſendem Wiſſen und nie raſtendem Fleiß, ein College voll Liebe und Pflichttreue iſt von uns ge⸗ ſchieden. Mitten in der Arbeit an dem großen nationalen Werke, das die Gebrüder Grimm begründet haben, hat der Tod ihn ereilt. Die nie ermüdende Beſchäftigung mit dem Sprachſchatz, d. h. mit dem Seelenleben unſeres Volks, hat ihn friſch, rüſtig und thätig erhalten bis zum letzten Augenblick, und dann iſt er geſtorben ohne Kampf und Schmerz. Die allgemeine Liebe und Verehrung wird ihn zu Grabe geleiten.“
Und ſo geſchah es. Dienstag den 2. Juli, abends 6 Uhr, ſam⸗ melte ſich eine unüberſehliche Menge Leidtragender, zu denen ſich noch Verwandte und Freunde von auswärts geſellt hatten, an der Wohnung des Verſtorbenen(dem Seipp'ſchen Hauſe in den Neuen Anlagen)— die Univerſität mit Rector und Kanzler an der Spitze, ſämmtliche Profeſſoren und Univerſitätsbeamten ſowie Studenten in großer Zahl, ferner Director und ſämmtliche Lehrer der Realſchule, die Collegen vom Gymnaſium und Lehrer der ſtädtiſchen Schulen, der Bürgermeiſter und verſchiedene Vertreter der Stadtverordneten, viele Beamte und Bürger— um dem allgemein geſchätzten Mann die letzte Ehre zu er⸗ weiſen. Als dieſe Trauerverſammlung in lang gedehntem Zuge auf dem Friedhofe angelangt war, hielt der langjährige College und Freund des Verblichenen, der Geh. Kirchenrat und Profeſſor der Theologie Dr. Heſſe, mit bewegter Stimme und oft zu wahrer Begeiſterung ſich aufſchwingenden Worten eine tief zu Herzen gehende Grabrede, in der er, an das Wort Matth. 25, 21„Ei, du frommer und getreuer Knecht“ u. ſ. w. anknüpfend, wahr und zutreffend die weſentlichen Cha⸗ rakterzüge des Verewigten zuſammenfaßte, die aus der vorausgehenden biographiſchen Skizze dem Leſer wol ſchon entgegengetreten ſind oder auch direct von uns angedeutet wurden.
Im Eingang wies der Redner zuerſt darauf hin, daß mit Wei⸗ gands Tod ein Edelſtein aus der Krone der Ludoviciana gefallen ſei und daß man an ſeinem Grabe einen Verluſt betraure, der weit über Deutſchlands Grenzen hinaus, aber auch in unſerer Stadt tief em⸗


