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Wolbefinden gewis nicht wenig bei. Aber endlich ſollte auch dieſem Zuſtande ein Ziel geſetzt werden.
Nachdem er noch am 18. Nov. 1875, ſeinem Geburtstag, ſeinen Pathen und Neffen, den nachmaligen Großh. Oberförſter Karl Weigand in Berfelden im Odenwald, der früher in ſeinen Schuljahren auch bei ihm gewohnt, in ſeinem Hauſe copulirt und an dieſem Tage— ein ſeltenes Beiſpiel von Pflichttreue— gegen Abend auch noch wie ſonſt ſeine Vorleſung gehalten hatte, überfiel ihn kurz darauf die erſte ernſt⸗ liche Erkrankung, die ihn mehrere Wochen lang das Bett zu hüten zwang. Es war eine ſtarke Beengung auf der Bruſt bei ihm einge⸗ treten, von der er ſich jedoch wieder ſo erholte, daß er ſeine begonnenen Collegien über Geſchichte der deutſchen National⸗Literatur bis 1720, das Ev. Matthäi aus Ulfilas, und die Erklärung ausgewählter Stücke aglſ. Proſa und Poeſie im neuen Jahr wieder fortſetzen konnte. Leider aber ſah er ſich das ganze Sommerſemeſter 1876 hindurch in Folge einer Lungenaffection mit Blutbrechen genötigt, ſeine academiſche Lehr⸗ thätigkeit ganz zu ſiſtiren. Nichts deſto weniger wies er die Andeu⸗ tungen ſeiner Angehörigen und Freunde nicht nur wegen dieſes Uebel⸗ befindens, ſondern auch mit Rückſicht auf ſein vorgeſchrittenes Alter um Penſionirung nachzuſuchen, mit Entrüſtung zurück. Der von Jugend auf gewohnten und ihm lieb gewordenen Thätigkeit des Lehrens entſagen zu ſollen, war ihm ein ſchrecklicher Gedanke, den er ſich am liebſten vollſtändig fern hielt. Wirklich erholte er ſich zum zweiken Mal, ohne einer Badecur ſich zu unterwerfen, wie man es ihm vor⸗ ſchlug, unter der treuen und ſorgſamen Pflege ſeiner Frau in dem Grade, daß er im Winter 1876 auf 1877 vom 22. Nov. bis zum 7. März ſeine Vorleſungen über deutſche Grammatik und das Ev. Matthäi im Hd. des 9. Jahrh. wieder aufnehmen und ohne erheb⸗ liche Unterbrechung zu Ende führen konnte. Und da er ſich auch zu Anfang des Sommerſemeſters 1877 leidlich wol fühlte, ſo begann er am 25. April eine Vorleſung über Walther von der Vogelweide, am 27. April über Syntax der deutſchen Sprache und am 1. Mai ger⸗ maniſtiſche Uebungen, bei denen er angelſ. Leſeſtücke zu Grund legte. Aber ſchon zu Anfang Juli kehrte die oben erwähnte Bruſtkrankheit mit großer Heftigkeit wieder, ſo daß er die genannten Vorleſungen fallen laſſen muſte, wodurch er neben allgemeiner Teilnahme zugleich auch große Befürchtungen in Bezug auf ſich rege machte. Doch unter der gewiſſenhafteſten Behandlung ſeines Hausarztes Dr. Schmidt und der ſorgſamſten Pflege ſeiner Angehörigen erholte er ſich auch diesmal


