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Aufſätze, weil er in dieſer Hinſicht wol alle ſeine Mitgenoſſen übertraf. Die deutſche Sprache und Geſchichte muß auch damals ſchon zu ſeinen Lieblingsbeſchäftigungen gehört haben, und vielleicht iſt Director Roth und wahrſcheinlich auch die aus dieſer Zeit ſchon datirende Bekanntſchaft mit Roths Nachfolger im Rectorat des Auguſtineums, dem um die Localgeſchichte der Wetterau wie um heſſiſche Landes⸗ und Alterthums⸗ wiſſenſchaft hochverdienten, biedern Prof. Dr. Philipp Dieffen⸗ bach, darauf nicht ohne Einfluß geweſen; indeß iſt uns nichts darüber bekannt geworden, daß Weigand in dieſer Zeit ſchon irgendwie auf die ältere deutſche Sprache und Literatur eine Hinweiſung erhalten hätte. Andere als die damals bekannten und gebrauchten Sprachlehren von Reinbeck, Heinſius, Heyſe, G. M. Roth u. A. ſcheint er nicht kennen gelernt zu haben. Doch haben ihm Grübeleien über die Abſtammung und urſprüngliche Bedeutung deutſcher Wörter, die er vor vertrauten Freunden, wie uns geſagt worden iſt, manchmal laut werden ließ, ohne daß dieſe ihn jedoch verſtanden, damals ſchon ſehr nahe gelegen. Während ſeines Aufenthalts im Seminar erregte Weigand die be⸗ ſondere Aufmerkſamkeit des oben ſchon genannten Geh. Regierungsrats Heſſe, der für das Inslebentreten des Seminars ſo ſehr ſich bemüht hatte. Urſprünglich einem forſtwiſſenſchaftlichen Berufe zugewandt, war dieſer 1812 mit Erlaubnis ſeines Fürſten als Lehrer in das Fellenbergiſche Inſtitut zu Hofwyl eingetreten, ſpäter in ſeine Vaterſtadt Darmſtadt zurückgekehrt und 1817 im Alter von 27 Jahren als Mitglied an die damalige proviſoriſche Regierungscommiſſion zu Mainz verſetzt worden, in der er, der eifrige Peſtalozzianer, bald zum wirklichen Re⸗ gierungsrat und Mitglied des evangeliſchen Kirchen⸗ und Schulrats der Provinz Rheinheſſen avancirte. Dieſer für die Hebung des heſſi⸗ ſchen Volksſchulweſens begeiſterte und um dasſelbe hochverdiente Mann, der ſpäter im Jahr 1832 die neue Schulorganiſation hauptſächlich ins Leben rief, wurde im Jahr 1835 mit dem Titel eines Oberſchul⸗ inſpectors an die Spitze des neuerrichteten Oberſchulrats in Darmſtadt berufen, welchem das Volks⸗ und Realſchulweſen des ganzen Landes unterſtellt war. Als Mitglied des Curatoriums widmete er dem neu⸗ gegründeten Schullehrerſeminar in Friedberg ſeine ganz beſondere Auf⸗ merkſamkeit, erſchien oft daſelbſt, wohnte häufig dem Unterricht der Lehrer und den öffentlichen Prüfungen in der Anſtalt bei und that alles, was in ſeinen Kräften ſtand, das Aufblühen derſelben, über die er auch eine eigne Schrift verfaßte(Die Großh. Heſſ. Schullehrer⸗Bildungs⸗ anſtalt zu Friedberg nach ihrer Entſtehung und Entwicklung dargeſtellt.


