Aufsatz 
Zur Erinnerung an Friedrich Ludwig Karl Weigand / von Otto Bindewald
Entstehung
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und ſpäter mit Stolz ihn zu ſeinen Schülern zählende Director Vater Roth, dem er zeitlebens in größter Anhänglichkeit und Hoch⸗ achtung ergeben blieb, ferner der wegen ſeiner gründlichen muſikaliſchen Ausbildung hochgeſchätzte und als Componiſt bekannte Rector Peter Müller(geb. 1791 zu Keſſelſtadt bei Hanau, 1809 11 stud. theol. in Heidelberg, ſpäter in Gießen, 1816 Rector in Gladenbach, von 1817 1838 am Seminar in Friedberg, dann Pfarrer in Staden, wo er den 21. Sept. 1877 ſtarb), bei dem er in Theorie der Muſik, Geſang und Orgelſpiel weitere Ausbildung empfing. Unterricht in Mathematik, Geographie und Naturkunde dagegen hatte er bei Dr. H. Ludwig Theodor Briel aus Grünberg, dem durch Lehrgabe und Methode ausgezeichneten dritten Hauptlehrer, neben welchem noch Herr Weihrauch als Hilfslehrer fungirte. Ihnen allen empfahl er ſich außer ſeinem ſchon oben gerühmten Fleiß und Lerneifer durch ſein bei aller jugendlichen Fröhlichkeit höchſt pietätsvolles Weſen und die idealere Richtung ſeines Geiſtes, die ſehr bald auch ſeinen Mitſchülern offenbar wurde. Einzelne unter ihnen hatten damals unter ſich eine Art Wochenblatt gegründet, zu dem jeder, je nach Kraft und Vermögen, in gebundener oder ungebundener Rede ſchriftliche Beiträge lieferte, die dann von Einem zuſammengeſtellt und in gemeinſamen Zuſammen⸗ künften zur Beluſtigung mitgeteilt wurden Weigand ſoll dazu ſehr häufig ergötzliche Gelegenheitsgedichte geliefert haben, da ihm die Be⸗ handlung des Reims ſehr leicht fiel. Unter den Unterrichtsgegenſtänden trieb er, wie er ſelbſt ſagte, mit beſonderer Vorliebe bibliſche und Univerſalgeſchichte, ſowie Mathematik und Theorie der Muſik, aber ebenſo eifrig übte er ſich auch in der mit dem Seminar verbundenen Schule im Unterrichten, indem er ganz kleinen Knaben im Lautiren und Leſen, wie in Ortskunde, bibliſcher Geſchichte und den Elementen der deutſchen Sprache Anweiſung gab. Bei einer Probekatecheſe in Gegenwart des Directors Roth über das 2te Gebot des kleinen Kate⸗ chismus Luthers erlangte er einſt großes Lob, da er dabei die Dinter⸗ ſchen Grundſätze zur Anwendung brachte, mit denen er ſich wol ver⸗ traut gemacht hatte. Als einer der geiſtig reifſten unter ſeinen Mit⸗ ſchülern, bei denen er ſehr beliebt war, wenn er auch nur mit wenigen näheren Umgang hatte, wurde er auch oft beauftragt, ſchwächere der⸗ ſelben in der heimatlichen Geographie zu unterrichten, ja im Sommer⸗ ſemeſter 1824 gab er ſolchen auch in zwei wöchentlichen Stunden Unterricht in der Botanik und erteilte Andern auf Anordnung des Directors Anleitung zum Briefſchreiben und zur Abfaſſung deutſcher