Aufsatz 
Zur Erinnerung an Friedrich Ludwig Karl Weigand / von Otto Bindewald
Entstehung
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(Mainz 1824) zu fördern. Zu den jungen ſtrebſamen Talenten, die er durch ſein Lob zu eifrigem Vorwärtsſtreben ermunterte, gehörte auch Weigand, der ſich auch noch dadurch in den Augen ſeiner Mitſchüler Anſehen erwarb, daß er gelegentlich der Entlaſſungsfeier der Zöglinge der obern Abteilung des Seminars zu Oſtern 1824 ein Abſchieds⸗ lied im Ton und Versmaß von SchillersLied an die Freude verfaßte, das für ſeine damalige Anſchauungsweiſe und Gemütsſtimmung recht charakteriſtiſch iſt und auch für ſeine poetiſche Begabung Zeugniß ab⸗ legt. Es fand damals den Beifall vieler angeſehener Männer, ins⸗ beſondere des damaligen 2ten Stadtpfarrers von Friedberg Hüffell (früher Pfr. in Gladenbach, nachmals Prälat in Karlsruh), wurde von Weigands Lehrer Rector Müller in Muſik geſetzt, bei Abſchieds⸗ feierlichkeiten öfters geſungen und durch den Druck auch weiteren Kreiſen zugänglich gemacht(Abſchiedslied für die Seminariſten von einem Zögling des Seminars, Friedberg i. W. bei P. L. Feudtner 1824). Im Herbſt 1824 kam für ihn ſelbſt endlich die Zeit, aus der ihm lieb gewordenen Anſtalt, der er ſo viel geiſtige Anregung verdankte, zu ſcheiden. Nachdem er ſich in Gegenwart Heſſe's der Entlaſſungs⸗ prüfung unterworfen, erlangte er in derſelben folgendes ehrende Zeugniß: Kenntniſſe 1. in der Religion: vorzügliche, kennt den Geiſt und die Wahrheiten derſelben. 2. in der deutſchen Sprache: gründliche, ſchreibt einen fehlerfreien Aufſatz und kann im Lautiren Unterricht erteilen. 3. in der Geſchichte: vorzügliche, namentlich in der deutſchen. 4. in der Theorie der Muſik: gute; Klavier⸗ und Orgelſpielen: fähig. 5. Geſang' iſt fähig zu unterrichten und vorzuſingen. 5. Buch⸗ ſtabenrechnen: ſehr gute. 6. Naturlehre: ziemliche. 7. Schön⸗ ſchreiben: ſchreibt eine elementariſch ſchöne Hand*). 8. Sittliche Aufführung: war durchaus brav und muſterhaft. Bei ſeiner Unterrichtsweiſe hat er Fleiß, Thätigkeit und Aufmerkſamkeit beurkundet.

Als er ſich darauf nach Haus begab und ſchon mit dem Gedanken ſich vertraut machte, nach Verlauf einiger Zeit die Stelle eines Schul⸗ vicars in irgend einem heſſiſchen Orte zu übernehmen, wurde ihm auf einmal, wahrſcheinlich in Folge einer Empfehlung ſeines Gönners, des Reg.⸗Rats Heſſe, eine Stelle als Lehrer in der Familie des Frh. v. Müffling, damals kgl. preuß. General⸗Majors bei der Beſatzung

*) Seine außerordentlich deutliche, feſte und charakteriſtiſche Handſchrift erregte ſpäter vielfach Aufſehen. 2