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wurde dadurch die Freude an der Natur und der Sinn für das Locale und Individuelle in ihm geweckt und zugleich die unauslöſchliche Liebe zu dem heimatlichen Boden ihm eingepflanzt, die in ſeinen ſchrift⸗ ſtelleriſchen Arbeiten ſpäter ſo vielfältig und ſo anmutend hervortritt. Die häuslichen Verhältniſſe, in denen er während dieſer Zeit lebte, waren höchſt einfach. Die Großeltern, ſo treu ſie es mit dem Enkel meinten, konnten bei ihrer beſchränkten Einnahme keinerlei Aufwand ſich erlauben, und ſo wurde der Knabe von früh auf an eine Bedürfnisloſigkeit und Sparſamkeit zugleich, bei der er ſich aber vollkommen glücklich fühlte, gewöhnt, die ſein ganzes Leben hindurch ein hervorſtechender Zug ſeines Weſens geblieben iſt.
Erſt als nach dem zweiten Pariſer Frieden und der Neugeſtaltung Deutſchlands durch den Wiener Congreß nach mehr als 20jähriger Kriegsdrangſal unter der Aegide des deutſchen Bundestags zu Frank⸗ furt die Zeit ruhiger Entwicklung für das Vaterland wieder gekommen war, empfing der junge Weigand vom Jahre 1816 an eigentlich den erſten, etwas umfaſſenderen und geregelteren, wie es ſcheint, unent⸗ geltlichen Unterricht bei dem Pfarramtscandidaten Philipp Jacob Louis in Staden, dem Sohn des daſigen greiſen Pfarrers Fried⸗ rich Kaſimir Louis, der, ein gebildeter und nicht unbemittelter Mann, von 1775—1818 ohne Unterbrechung dieſer Gemeinde vorſtand. Die Unterweiſung des Erſteren erſtreckte ſich auf Lateiniſch, Deutſch, Geſchichte, Geographie und andere Gegenſtände. Doch auch über dieſen Lectionen waltete ein Unſtern. Einmal dauerten ſie nur 2 Stunden täglich, und andererſeits wurden ſie gar häufig ausgeſetzt, ſo daß Wei⸗ gand nach ſeiner eigenen Ausſage dabei eigentlich nicht viel lernte. Trotzdem benutzte er ſie, da große Lernbegierde ihn beſeelte, mit Eifer, daß er es dabei doch ſo weit brachte, Lutropius und Cornelius Nepos ohne allzu große Schwierigkeiten ins Deutſche zu überſetzen. Nach dem Plan ſeines Vaters ſollte Weigand ſpäter das in der ehemaligen deutſchen(ſeit 1803 heſſiſchen) Reichsſtadt Friedberg ſchon von den Tagen der Reformation her— zu ſeiner Begründung hatte einſt Me⸗ lanchthon ſelbſt mitgewirkt— beſtehende Progymnaſium, Augustineum genannt, beſuchen, auf dem man ſich bis zur Univerſität vorbereiten konnte, das aber jetzt mit ausgedehnterer Beibehaltung des humaniſti⸗ ſchen Unterrichts in eine Realſchule IIter Ordnung umgewandelt iſt. Zum großen Leidweſen des ſehr wißbegierigen Knaben aber muſte in Folge des am 25. Sept. 1817 unverhofft eingetretenen Tods des Vaters, der nur 53 Jahre alt wurde, dieſer Plan aufgegeben werden,


