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daß er hinter den Knaben ſeines Alters in der Elementarſchule ſicher nicht zurückſtand. Ganz beſonders gern las er im Geſangbuch und in der Bibel, mit welcher letzteren er bald ziemliche Vertrautheit gewann. Ihr Inhalt zog ihn ſo ſehr an, daß er an ihr ſeinen jugendlichen Geiſt am liebſten nährte, und dieſer frühen Beſchäftigung mit dem Buch der Bücher iſt es auch zuzuſchreiben, daß er Zeit ſeines Lebens ein ſo großer Verehrer deſſelben war und dem Studium der Bibel⸗ ſprache Luthers mit der größten Liebe und Beharrlichkeit ergeben blieb. Einmal ein Pfarrer zu werden, war dabei aber auch von früh auf ſein liebſter Gedanke, und wie alte Leute noch von ihm erzählen, hat er im Hauſe des Großvaters auf Stühlen, die ihm als Kanzel dienten, oft kindlich gepredigt. Hatten die Großthaten Napoleons ihn einesteils mit Staunen und Verwunderung erfüllt, ſo war ſein Herz doch von frühſter Jugend auf franzöſiſcher Art und ausländiſchem Weſen abgeneigt, und kindlicher Zorn über den Vernichter der Selbſtändigkeit und des Glücks der Völker erfüllte ſein Inneres. Die Nachrichten von dem verun⸗ glückten Zug des Imperators nach Rußland, vom Brand von Moskau, von den Anſtrengungen der Verbündeten das franzöſiſche Joch abzu⸗ ſchütteln, von dem glorreichen Sieg bei Leipzig, der Schlacht bei Hanau*)(30. Oct. 1813), von dem Eindringen deutſcher Heere in Frankreich und dem jähen Sturz des Gewaltherrſchers und der Wiederherſtellung der deutſchen Unabhängigkeit vernahm er mit Jubel und Frohlocken, wenn er auch den tieferen Zuſammenhang der Er⸗ eigniſſe noch nicht zu faſſen vermochte. Die ihm ſpärlich in die Hände fallenden Zeitungsblätter wie auch andere Schilderungen der Tages⸗ ereigniſſe verſchlang er begierig, und ſie, ſowie einige andere geſchicht⸗ liche Darſtellungen waren bis zu ſeinem 12ten Jahre der hauptſäch⸗ lichſte Stoff, an dem außer Bibel und Geſangbuch ſein jugendlicher Geiſt ſich nährte. Ganz beſondere Freude machte es ihm aber in dieſen Kinderjahren, frei und ungebunden die Umgebungen ſeines Wohnorts, Feld und Wald nach allen Seiten hin zu durchſtreifen und an dem ländlichen Leben ſich zu beteiligen, das ihn unwiderſtehlich anzog. Es
*) Über dieſe ſchreibt er unterm 31. Oct. 1863 an Lorenz Diefenbach: Wie war es doch geſtern und heute vor 50 Jahren ſchreckenvoll! Noch meine ich den Kanonendonner und die Gewehrfeuer der Schlacht von Hanau zu hören. Mor⸗ gens frühe aber den 1. Nov. weckten mich die an die Fenſter widerſchlagenden klirrenden Lanzen der plündernden Koſacken, die von Hanau zurückgedrängt waren. Das waren für Staden ſch reckliche Stunden!


