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in Steinfurt i. d. W. geſtorben iſt. Die Mutter war eine körperlich wie geiſtig durchaus kräftige und rüſtige Frau und ſtand eben in der erſten Blüte ihrer Jugend. Sie hat ihren Mann lange überlebt und iſt(10. Juli 1873) in einem Alter von 91 Jahren zu Steinfurt im Hauſe ihres jüngeren Sohnes verſtorben*).
Das erſte Jahrzehnt von Weigands Leben fiel in eine tiefernſte, traurige und bewegte Zeit. Die Kunde von Krieg und Kriegsgeſchrei ſchlug ununterbrochen an ſein kindliches Ohr, und bittere Not und Elend allenthalben ſahen faſt vom erſten Erwachen ſeines Bewuſtſeins an ſeine Augen. Waren ſeine Eltern auch keineswegs vollſtändig vermögens⸗ los, ſo waren ſie doch unter dem Druck der Kriegszeit, durch die ein⸗ zelne Familien und ganze Gemeinden in Folge der beſtändigen Truppen⸗ durchzüge, Einquartierungslaſten, Kriegsſteuern und anderer Auflagen der vollſtändigen Verarmung anheimfielen, zu großer Einſchränkung genötigt. Auf die Erziehung des von Natur übrigens nicht eigentlich kräftigen Knaben, der von noch lebenden alten Leuten als„gar ſinnig, ſtill und brav“ geſchildert wurde, konnte keine große Sorgfalt ver⸗ wendet werden. Da der Vater durch ſeinen Beruf hinlänglich be⸗ ſchäftigt war, der Mutter aber die Beſorgung der häuslichen Geſchäfte ganz und gar zufiel, ſo blieb der kleine Karl von früh auf viel ſich ſelbſt überlaſſen. Doch wurde er, als er das nötige Alter erreicht hatte, der Dorfſchule ſeines Heimatorts anvertraut, um da die erſten Anfangsgründe im Lernen zu machen. Doch fielen ihm dieſe weder leicht, noch zeigte er eine beſondere Luſt zu ihnen, und er bezeichnet ſich ſelbſt in jenem oben genannten curriculum als„nec avide nec facile literas sermonis germanici arripiens“. Daß es ihm an natürlichen Anlagen gefehlt habe, ſcheint kaum anzunehmen, wol aber daß von früh auf wenig geſchah, ſie zu wecken. Vielleicht war dieß auch der Grund, weßhalb der oben genannte Großvater mütterlicher⸗ ſeits den Knaben bald(Herbſt 1810) nach zurückgelegtem ſechſten Lebensjahre ganz zu ſich nach dem nur eine Stunde von Florſtadt
*) Weigands Vater hatte aus erſter Ehe mit Marie Eliſabethe geb. Väht († 5. Mai 1803) 4 Kinder: 1 Sohn und 3 Töchter, letztere alle verſtorben, während der erſtere, früher ebenfalls v. Löw'ſcher Förſter, Joh. Chriſtian(geb. 19. Jan. 1791) noch lebt und trotz ſeiner 88 Jahre noch guter Geſundheit ſich erfreut. Wei⸗ gands Großvater: Balthaſar Chriſtian † 1804 in einem Alter von 76 Jahren. Sein Urgroßvater: Michael † 19. Aug. 1754 erreichte ein Alter von 89 Jahren 25 Tagen.


