Aufsatz 
Die Bedeutung des Namens im Kult und Aberglauben : ein Beitrag zur vergleichenden Volkskunde / von Wilhelm Schmidt
Entstehung
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diesen nicht fassen ¹. Gelegentlich kommt es auch vor, dass Mann und Frau zu diesem Zweck ihre Namen miteinander ver- tauschen?²; dies entspricht dann ganz dem Brauch des Kleider- tauschess, durch den ja gleichfalls die Dämonen getäuscht werden sollen.

Ab und zu begegnet uns sogar der Brauch, aus diesem Grunde die Namen der Verstorbenen zu ändern. In dem über- lieferten griechischen Beispiel geschieht es angeblich, damit die Seelen unbehelligt an den bösen Geistern vorbeikommen. Der ursprüngliche Anlass kann aber auch, wie schon(S. 42) erwähnt, ein anderer gewesen sein, ebenso wie bei den Abiponen Süd- amerikas wohl nicht der gewöhnlich angeführte Grund der eigent- liche Antrieb war: bei ihnen änderten nämlich, wenn ein Mann starb, dessen Familie und Nachbarn(freilich nicht seinen, sondern) ihre eignen Namen, um den Tod zu betrügen, wenn er kommen sollte, nach ihnen zu sehen5. Auch hier geschieht dies, wie Samter (a. a. O. 107) offenbar richtig vermutet, ursprünglich, um sich vor dem Toten selbst zu schützen.

Viertes Kapitel. Das WortName im übertragenen Sinn.

Da Name und Träger so eng verbunden sind, so bezeichnet er zugleich die Art und Natur des Gegenstandes. Daher ist es nur eine selbstverständliche Folge, wenn das Wort in dieser Be- deutung vorkommt und brua und nomen dann durch Wesen, Begriff, Art u. ä. wiederzugeben sind. So bedeutet bei Sophokles (O. R. 1285) 6 αœάmOαJ⁵₰ν an der Stelle

rεναmναις, ddναoc, æoνν, νο 6G& ε ννν ννιατ, O0gv 2dr' ny

Gerson Wolf Die Juden(Die Völker Osterreich-Ungarns Bd. VII) S. 126. Uber interessante Beispiele für eine andere Art, den Tod zu betrügen, s. Zeitschrift des Vereins f. Vollsk. XIX(1909) 203; 432 f.

2 Zeitschrift des Vereins f. Volksk. III(1893) 142.

Vgl. darüber Samter a. a. O. S. 90 97.

Hermippos ed. Kroll und Viereck p. 26, 8:... 1200⁶⅜⁶ρρς ε*οεοαν ralldrreuy νν νεοιmοννννν ⁶eς⁶αα, Gπνιπνπντεα‿νωνras dodò dra 10 rαέιιοτ rdmτεονν uνοdeεννυ εε Jαεερνμέαασ

Tylor Urgesch. 160.