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man einen Groll hat, auf die Türschwelle“ legt und alsdann den Kittel schlägt, indem man dabei den Namen des Mannes darüber spricht, so wird er jeden Schlag fühlen, als ob er leibhaftig darin stäke?: auch hier wird er durch das Zauberwort des Namens her- beigeführt. Wo der Name gesprochen wird, weilt eben auch der Träger.
Damit kommen wir zu etwas anderem, das dem religiösen Empfinden angehört, einer Tatsache, die wir natürlich niemals auf die Stufe solchen Zaubers und niederen Aberglaubens stellen, deren Erkenntnis aber immerhin von hier aus sich leichter anbahnt. Denn„das Jenseitige, das Göttliche wird von dem Menschen nie und nimmer anders erfasst als im Bilde des Diesseitigen und Menschlichen“ 3, und„der Volksglaube und der Glaube der höchsten Religionen ist in diesen Dingen vielfach kaum zu trennen: die Volks- anschauungen dringen immer wieder aus der Tiefe empor“4. Ich meine hier den Sinn des Ausdrucks„im Namen Gottes“. Die Gemeinde, die dieses Wort zu Anfang ihres Gottesdienstes aus- spricht, stellt sich damit in den Bereich der Wirkung dieses Namens?. Wo er zum Zweck der Verehrung genannt wird, muss Gott gedacht werden; der Name erscheint hier als der Träger, als der Vermittler der göttlichen Anwesenheité6. So steht es auch wohl mit dem Ausspruch Christi(Matth. XVIII 20): wo zwei oder drei versammelt sind in meinen Namen(elg 1 Ʒναόινꝙ˙οισ), da bin ich mitten unter ihnen; auch er will besagen: wo sie in ihrer Versammlung meinen Namen aussprechen, da bin ich wirk- lich da. Ebenso erklärt Dieterich(Mithrasl. 114) den bereits(S. 23) erwähnten Ausdruck Sanribeiv ld 10 ν Xgoldrod: der Name wird über dem Wasser gesprochen; dadurch nimmt er Besitz von ihm und erfüllt es, und der Täufling wird im eigentlichsten Sinn getaucht„in den Namen des Herrn“.
3.
Als Sünde gilt es daher, den Namen Gottes unnötig zu nennen; nur sind es verschiedene Veranlassungen, die bei den
i Unter der Türschwelle wohnen die Geister: vgl. E. Samter Geburt, Hochzeit und Tod Leipzig u. Berlin 1911 S. 136 ff. ² Ad. Kuhn Die Herabkunft des Feuers Berlin 1859 S. 227.
² Dieterich Kl. Schr. 316.
¹ebda. 320.
³ vgl. Dieterich Mithrasl. 114.
Giesebrecht a. a. O. 97.


