— 11—
untrennbar verbunden; daraus erklärt sich die erheiternde Form, in die ein begeisterter Schweinezüchter das Lob des von ihm sehr geschätzten Borstentieres brachte:„Ihr denkt, ein Schwein ist ein Schwein? Ein Schwein ist kein Schwein, sondern ein sehr rein- liches Tier!“¹ Eine verwandte Gedankenverbindung liegt auch der folgenden kleinen Anekdote zugrunde; der Fragende hat die Empfindung, dass die von ihm verstandene Form des Namens, der an sich etwas ganz Unbedeutendes bezeichne und nach seiner Meinung komisch wirkt, unter keinen Umständen die richtige sein könne?: Ein deutscher Fürst fragt einen Offizier nach seinem Namen. Dieser antwortet: Frosch'.„Bitte, wie?“ Ich heisse Frosch'.„Ich bedaure, Sie noch einmal um den Namen bitten zu müssen.“ Frosch'.„Verzeihen Sie, ich verstehe immer Frosch.“
Dass auch die Griechen und Römer Namen und Person in enge Beziehung zueinander setzten, lässt sich durch sehr viele Beispiele belegen, von denen hier eine grössere Anzahl, und zwar (abgesehen von Homer und Hesiod) besonders aus den Tragikern und Komikern angeführt werden soll“.
Schon für die ältere Zeit finden sich Beispiele: so erhält einer(Od. XVIII 5) von der Mutter bei der Geburt den Namen Aovofos, wobei sie hofft, dass er sich nun auch als„Bringezu“⁴ betätigen werde. Das überraschendste Beispiel einer solchen Ety- mologie bei Homer, das sich freilich nicht auf eine Person be- zieht, ist wohl das von den Toren, aus denen die Träume zu den Menschen kommen(O0d. XIX 562): die einen Tore sind aus Horn, die anderen aus Elfenbein gefertigt; nur die aus den ersten kom- menden Träume gehen in Erfüllung, vollenden sich, während die anderen täuschen; die Auslegung beruht auf dem Wortspiel οααmςď Horn mit„οαeνα vollenden, in Erfüllung gehen lassen und&Aραeς Elfenbein mit àAeρα⁴οοωσισαα täuschen’b.
Viel zahlreicher sind die Beispiele in Hesiods Theogonie, die sich naturgemäss auf Gestalten der Mythologie beziehen.
¹ vgl. Polle 36.
² vgl. Polle 114.
s vgl. schol. Il. II 494; Eustath. p. 776, 47; 1567, 55. Valckenaër zu Eur. Phoen, 639; s. auch Plato Cratyl. 7 p. 388 A u. B; Aristot. rhet. III 1, 8 p. 1404 a 21.
4¹ von dgvvua„erringen“; bezeichnenderweise ist der Mann, dem der Dichter diesen Namen von der Mutter geben lässt, ein Bettler!
s Bei Vergil Aen. VI 893 ff. ist in der Übertragung dieses Wortspiel völlig verloren gegangen.


