Aufsatz 
Chronik des Gymnasiums zu Marburg von 1833 - 1883 / [Friedrich Münscher]
Entstehung
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Schulcollegium den Schulamts-Candidaten Dr. Hunrath dem hiesigen Gymnasium zur Aushülfe zuwies und zugleich genehmigte, dass der Studiosus der Philologie Friedrich Wolfk, ein ehemaliger Schüler des Gymnasiums, die Lehrstunden des Candidaten Kausel für mebrere Wochen mit dankenswerther Bereitwilligkeit übernahm.

Durch Verfügung des Kön. Prov.-Schulcoll. vom 12. Juli wurde der bisherige Hülfs- lehrer Ferd. Hartwig zum ordentlichen Lehrer am hiesigen Gymnasium ernannt und am 7. August in einer Versammlung sämmtlicher Lehrer von dem Director beeidigt. Die Rede am Sedanfest den 2. September hielt Dr. Eberhard, und zwar darüber, wie Deutschland das Elsass verloren und wiedergewonnen habe.

Mit dem Winterhalbjahr trat am Gymnasium unter den Lehrern ein Wechsel ein. GL. August Fritze, welcher dem Gymnasium seit Ostern 1875 und zwar zuerst als Probe-Candidat angehörte und als Lehrer wie als Erzieher sich um das Gymnasium ver- dient gemacht hat, war während der Herbstferien an das Gelehrten-Gymnasium zu Wies- baden versetzt worden. An seine Stelle trat Dr. Heinrich Schäfer, bisher Hülfslehrer am Gelehrten-Gymnasium zu Wiesbaden, und wurde am 11. October in seine neue Thätig- keit eingeführt.

Am Vormittag des 30. October fand in der Aula des Gymnasiums eine Vorfeier des Reformationsfestes statt. Der Director schilderte in seiner Rede die hohe Bedeutung des nachfolgenden Tages; Gesänge eröffneten und beschlossen die Feier.

Am Geburtstag Seiner Majestät des Kaisers am 22. März gab G.-L. Pfarrer extr. Vogt in seiner Rede ein Lebensbild des Fürsten Bismarck. Unmittelbar vor dem Schluss des Schuljahrs wurde G.-L. Dr. Karl Eberhard, welcher seit Herbst 1874 mit grosser Treue und Gewissenhaftigkeit seine Kräfte dem Gymnasium gewidmet hatte, durch Verfügung der höheren Behörden an das Gymnasium zu Dillenburg versetzt und zum Oberlehrer ernannt. Zu gleicher Zeit verliess uns Candidat Kausel, um ebenfalls an dem Gymnasium zu Dillenburg eine Lehrerstelle zu übernehmen.

Mit dem Anfang des Schuljahres 1881 /82 begann auch O.-L. Dr. Philipp Braun seine Lehrthätigkeit wieder; zu gleicher Zeit trat der dem hiesigen Gymnasium zur Vollendung des Probejahrs und zur Versehung einer Lehrerstelle auf ein Jäbr zugewiesene Candidat Karl Hoffmann ein.

Am 23. Juni langte das Rescript an, durch welches an Dr. August Wiskemann der Titel: Oberlehrer verliehen wurde. Am 25. Juni starb der Universitäts-Probator a. D. Schlingloff, welcher die Kasse des Gymnasiums viele Jahre hindurch mit Treue verwaltet hatte. Die Lehrer des Gymnasiums folgten am 27. Juni seiner Leiche.

Nach dem Ende der vierwöchentlichen Sommerferien übernahm vom 1. bis 15. August Prorector Professor Dr. Collmann die Leitung des Gymnasiums, da der Director zum Gebrauch einer Badekur in Wildbad abwesend war. Am Abend des 31, August wurde von dem unter den Gymnasiasten für Instrumental-Musik bestehenden Verein eine musi-