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2 (1894) Sachlich-historischer Teil
Entstehung
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von Sprüchen mit, die sich gewöhnlich an einzelne Lesestücke als Nutzanwendung anschliefsen lassen, z. B. Dulce et decorum est pro patria mori(Epaminondas, Leonidas); Goncordia res parvae crescunt(Einigkeit macht stark; Phocion, Epaminondas Tod); Was ein Häkchen werden will, krümmt sich bei Zeiten(Alexander, Cäsars Ruhmbegierde); Ehrlich währt am längsten (Mercur und der Holzhauer); Der Schein trügt(Tyrtaeus); Frisch gewagt ist halb gewonnen (die Bändigung des Bucephalus, der gordische Knoten); Ubermut thut selten gut(Wer sich erhöht, soll erniedrigt werden Salmoneus); Du sollst Vater und Mutter ehren(die Ehr- erbietung der lacedämonischen Jünglinge); Wen Gott lieb hat, den züchtigt er(ldomeneus)¹.

Ein Hinweis auf die Ergebnisse des deutsch-geographischen Unterrichts genügt, um fest- zustellen, in wie vielfältiger Beziehung sich ganz von selbst die einzelnen Teile berühren, ergänzen, erweitern und befestigen. Die drei Culturvölker Griechen, Römer und Germanen treten in eine Menge einfacher, dem Schüler begreiflicher und auch im späteren Unterrichte stets wiederkehrender Beziehungen, im Mittelpunkte steht beherrschend und vereinigend die deutsche Heimat.

Es ist klar, dals, je häufiger und vielseitiger die Verknüpfung verwandter Vorstellungen oder Complexe vorgenommen wird, desto mehr sich auch ihre Kenntnis dem Schüler einprägt und somit die Reproduction der betreffenden Reihen um so leichter vor sich geht. Daher hat der Lehrer nicht nur nach jedem grölseren oder kleineren Abschmitte(methodische Einheit) das Resultat in Gestalt eines Rückblickes noch einmal vorzuführen, sondern auch stets bei Beginn eines neuen Themas in der orientirenden Vorbesprechung alle zum angegebenen Ziel in Beziehung stehenden Einzelvorstellungen und Gruppen ins Gedächtnis zurückzurufen, in bestimmter Anordnung(Gliederung) zusammenzufassen und eventuell zu berichtigen. Zur Bildung grölserer Centra eignet sich dagegen am besten die nach Beendigung des Gesamt- pensums am Schlusse des Schuljahres übrig bleibende Zeit, die überhaupt zur mögxlichsten Vertiefung des ganzen Unterrichtsstoffes zu verwenden ist. Manche Lücke im heimatkundlichen Unterricht wird durch den lateinischen ergänzt und umgekehrt, mancher interessante Vergleich sich bieten, mancher Gegensatz festzustellen sein. Aus der Menge des Stoffes hebe ich einzelne Beispiele heraus: Bewaffnung und Kampfesweise der verschiedenen genauer betrachteten Völker; der Schild und seine Bedeutung?; Verkehr und Verkehrsmittel in alter und neuer Zeit; Frauen in der Geschichtes; Land und Volk der Germanen verglichen mit dem der Griechen u. a. m.

¹ Im Lesebuche sind auch einige Fabeln eingestreut; wie aber die vorstehenden Beispiele beweisen, tragen schon die meisten historischen Lesestücke der ethischen Ausbildung des Schülers in genügender Weise Rechnung ganz abgesehen von dem sachlichen Gewinn für die Geschichte u. s. w., so dals eine be- sondere Beachtung der Fabeln überflüssig erscheint.

² Sage: der Schild des Achill und des Ajas, der Schild des Riesen mit dem kKleinod(Roland Schild- träger); Geschichte: der Schild bei Opfern, Verlust des Schildes gilt als Unehre(Tod des Epaminondas); Ent- stehung der Wappen aus dem in der Mitte des Schildes befindlichen Zeichen(Siegfried gemalte Krone; Hildebrand drei Wölfe). Schilderhebung des Königs bei den alten Germanen.

3 Germanen: Frauen als Priesterinnen; das germanische Weib in dem Gedichte: Drusus' Tod; die Frauen der Cimbern u. Teutonen, Thusnelda, Eleonore Prohaska, Königin Luise; die Frauen in Sparta und ihre Stellung. Sage: Amazonen; Penelope, Andromache, Helena; Krimhilde, Brunhilde, Hildegunde.