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lateinischen Lesestoff, aber dies ist vollkommen ausreichend, um ihm ein allgemeines Bild von der Macht des römischen Volkes, ihrer Weiterentwicklung und ihrem Untergange zu geben. Von kleinen Anfängen ausgehend überwindet Rom allmählich ganz Italien, macht sich trotz zeitweiliger Erschütterung durch den groſsen Hannibal das Seevolk der Carthager unterthan, besiegt mit Leichtigkeit das zerfallene Griechenland und erobert ganz Kleinasien. Die Unter- werfung der jüdischen Länder ist aus der biblischen Geschichte bekannt. Auch nach Westen wird die Herrschaft ausgedehnt, Gallien, Spanien, sogar ein Teil von Britannien zu römischen Provinzen gemacht und die Freiheit Germaniens bedroht. Mit diesen militärischen Erfolgen geht Hand in Hand die Ausbreitung von Cultur, Handel und Verkehr(Römerstraſsen s. o.). Umsichtige und kluge Staatsleitung, vorzügliche Heerführer(Typus: Cäsar) und ein gut geschultes Heer ermöglichen diese gewaltigen Fortschritte. Aber allmählich ändern sich die Verhältnisse. Mit der wachsenden äufseren Machtstellung lenkt sich der Blick von der politischen Lage im Innern ab; Bürgerkriege untergraben die Grundmauern des Staates, und unter den mit wenigen Ausnahmen unfähigen und grausamen Kaisern geht das Reich seiner Auflösung entgegen, die ihm im Sturme der Völkerwanderung germanische Stämme zu bringen bestimmt sind.— Dies ist mit einigen Ergünzungen aus der Heimatkunde der wesentliche Gewinn des lateinischen Lesestoffs für die römische Geschichte.
Hieraus ergibt sich zugleich als Concentrationsstoff für das Lateinische: Ueberblick über die wichtigsten Völker des classischen Altertums und ihre hauptsäch- lichsten Erlebnisse. Für den geographischen Unterricht ist damit zugleich eine Er- weiterung auf die Länder, Staaten, Inseln, Gebirge, Flüsse und Städte, soweit sie bei der Geschichte dieser Völker in Betracht kommen, gegeben. Selbstverständlich fällt diese Seite des erdkundlichen Unterrichts auch nur dem Lateinischen zu. Da nun ferner den Haupt- mittelpunkt des Lehrstoffes der nächsten Classe die Behandlung der griechischen und römischen Geschichte ausmacht, so ergibt sich, dals aus dem lateinischen Unterrichte der Quinta— bezüglich der Römer zum Teil auch aus dem Deutschen— sich eine ganze Reihe von wert- vollen Apperceptionsstützen gewinnen läfst, die in Quarta mit Erfolg verwendet werden können.
Die Verteilung des Lesestoffs erfolgt in der Weise, dafs in den beiden ersten Tertialen besonders Griechenland im Zusammenhang mit den dabei erwähnten Völkern den Mittelpunkt bildet— im zweiten Tertial speciell die Spartaner—, im dritten beginnend mit einer Zu- sammenfassung aller seither über Philipp und Alexander von Macedonien gelesenen Stücke der Alexanderzug nach dem oben erwähnten Lesebuch von Müller in ausgewählten Partieen zur Behandlung kommt.
Was aus dem Lateinischen an typischen Ergebnissen zu sichern ist, besteht etwa in folgendem:
1. Länderkunde. Sicherung und immanente Wiederholung des Sextapensums(3 Erd- teile: Europa, Asien, Afrika; eine Anzahl von Ländern: Germanien, Italien, Griechenland, Macedonien, Gallien, Spanien, Britannien; Persien, Indien. Syrien, Palästina). Vorstellung der Alten von der Welt.(Völker am Ende der Welt: Kimmerier, Aethiopier). Einfluls der Elemente auf die Veränderung des Festlandes(Lesestück: die Gewalt des Meeres— Verbindung mit dem geographischen Unterrichte).
2. Bevölkerung. Germanen, Römer, Griechen, Macedonier, IIlyrier, Thracier, Spanier, Gallier, Britannier, Perser, Inder, Phönicier, Juden. Wohnungswechsel durch Wanderungen und Colonisation. Gründe derselben.


