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2 (1894) Sachlich-historischer Teil
Entstehung
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und aristokratischen Staatsform andrerseits in den Vordergrund; die nicht nur zwischen ihnen, sondern auch unter den griechischen Staaten überhaupt bestehende Rivalität und Uneinigkeit wird an den verschiedensten Lesestücken nachgewiesen, und daraus die Gültigkeit des Spruches: Concordia parvae res crescunt, discordia magnae dilabuntur gezeigt¹. Ueberall werden aus dem Lesestoff Gruppen gebildet, und Zusammenfassungen vorgenommen. So läſst sich z. B. mit Benutzung der oben angegebenen Stücke über die Spartaner bezüglich dieses Volkes folgendes feststellen: 1. Erziehung; a) körperliche: Ubung im Ertragen von Hunger und Durst, Hitze und Kälte, Lauf nach dem Eurotas, Bad in dem Flusse, gymnastische UÜbungen²; daher körperlich beste Vorbereitung für den Kriegsdienst. b) geistige: Tapferkeit im Kriege, Unerschrockenheit gegen Gefahren aller Art, Uebung im Gehorchen und Befehlen, Gehorsam gegen die Obrigkeit und die Gesetze, Ehrerbietung gegen Eltern und alte Leute; daher gute Soldaten, Bürger und Unterthanen. Einfache Lebensweise(schwarze Suppe), Einfachheit und Kürze im Ausdruck(laconische Redeweise). 2. Charakter der Frauen: Vaterlands- liebe stärker als Mutterliebe, Strenge gegen die Kinder(auch in der Fremde sollen die Söhne den Vorschriften und Sitten des Vaterlandes treu pleiben), persönlicher Mut(Anwesenheit in der Nähe des Kampfplatzes). 3. Staatseinrichtungen. Zwei Könige(Befugnisse; berühmte

Könige[Agis, Agesilaos, Leonidas]; Typus eines spartanischen Königs zugleich als Inbegriff.

eines vollkommenen Spartaners[Leonidas; vgl. Armin]); fünf Ephoren; Gesetze des Lycurg. 4. Wohnsitz und Geschichte. Sparta eine offene Stadt; Eurotas. Kriege mit Messenien, Athen, Theben, aber auch gegen die Perser(Thermopyla). Selbstverständlich liegt es in der Hand des Lehrers, einzelne Punkte durch weitere Mitteilungen zu ergänzen oder interessanter zu gestalten. d Bedeutend weniger wie über das griechische Volk erfährt der Schüler über die Römer. Aufser einer Reihe von inhaltlich wertvollen Einzelsätzen gehören hierher die Lesestücke: Cäsars Ruhmbegierde, Julius Cäsar ³, Disciplin der Römer und etwa Julius Drusus. Hier findet sich zugleich der einzige directe Berührungspunkt mit dem Concentrationsstoffe der Heimat- kunde. Dort lernte der Schüler seine Vorfahren und ihr Land kennen, zunächst zu einer Zeit, wo wir überhaupt erst etwas genaueres von ihnen hören, nämlich zur Römerzeit. Er erfährt, dals wir Kunde von ihnen hauptsächlich durch römische Geschichtschreiber erhalten, und erlebt die ersten bedeutenderen feindlichen Begegnungen mit diesem Volke gewissermalsen selbst mit. Natürlich wird nun sein Interesse rege, weiteres von den Römern zu hören. Grols muls die Macht der fremden Eindringlinge gewesen sein, hochentwickelt ihre Kunst und Cultur. Sind ihm doch aus dem geographischen Unterrichte mächtige, zum Teil jetzt noch erhaltene römische Bauwerke in Deutschland, wie die Porta nigra und die Wasserleitung bei Zahlbach, bekannt; von den vor einigen Jahren ausgegrabenen Pfeilern der alten Rheinbrücke bei Mainz und ihrer jetzt noch unerschütterten Festigkeit hat er gewiſs Kunde erhalten, und ein Weg von anderthalb Stunden führt ihn an die Reste des alten Pfahlgrabens sowie einiger zum Teil heute noch benutzter Römerstraſsen. Wenig erfährt der Schüler nun zwar aus dem

¹ Vergleich mit den deutschen Verhältnissen.

² Val. die altgermanische, die ritterliche Erziehung und unsern Turnunterricht.

Dazu das deutsche Lesestück: Julius Cäsar.

4 Weiterhin wird es Sache des geographischen Unterrichts sein, darauf hinzuweisen, wie richtig der Blick der Römer bei Auswahl des Platzes für ihre Castelle und Ansiedelungen gewesen ist: an ihrer Stelle finden sich heute meist blühende Städte. Vgl. Teil I p. 15.