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und Luxusartikel; Holzschnitzerei als Erwerbszweig in sonst armen Gegenden. Aber nicht nur Pflanzen und Tiere,¹ auch die Gesteine sind dem Menschen dienstbar. Lernt doch der Schüler- schon im ersten Schuljahre den Griffel, die Schreib- und Wandtafel aus Schiefer kennen; Haus- flur oder Vorplatz des elterlichen Hauses, des Schulgebäudes oder der Kirche sind vielleicht mit Platten aus gleichem Stoffe belegt, und gelegentlich eines Ausfluges nach dem benachbarten Wetzlar ist es ihm gewils aufgefallen, dals dort alle Häuser mit Schiefer gedeckt sind. Den Grund erfährt er aus dem geographischen Unterrichte. Bei der Nähe des rheinischen Schiefer- gebirges mit seinen Steinbrüchen und der directen Bahnverbindung(welche Bahnlinie?) sind Schieferplatten das nächste und billigste Material, zumal es sich infolge seiner Lagerung in leicht zu spaltenden Schichten bequem verarbeiten läfst. Auch von den Solenhofener Schiefer- brüchen haben die Jungen schon gehört, vielleicht die Erzählung»Der Knabe von Solenhofen« einmal gelesen; teilt man ihnen nun noch mit, dafs die dort gegrabenen Platten auch zum Drucken verwendet werden(Lithographie), so wird ihnen sofort die an einem Hause der Haupt- stralse befindliche Aufschrift»Buch- und Steindruckerei« klar werden. Nun folgt die Zusammen- fassung des Stoffes in Ueberschriften: Fundort, Lagerung, Härte(Durchnagung des Schieferge- birges im Laufe der Zeit durch den Rhein, unterstützt von der Verwitterung), Verwendung. — Diese Beispiele mögen genügen, um zu zeigen, welche Uebungen der Lehrer an der Hand- des oben zusammengestellten typischen Materials vornehmen kann. Die Verteilung des Lehr- stoffes erfolgt etwa in der Weise, dafs im ersten Tertial die specielle Heimatkunde von Hessen- und der westliche Teil des mitteldeutschen Berglandes, im zweiten der mittlere und östliche- Teil desselben, im dritten das norddeutsche Tiefland mit Holland und Belgien behandelt wird.
B. Lateinisch.
Nach dem bisher Vorgebrachten könnte es scheinen, als sollte das Lateinische, das doch- mit dem deutschen Unterrichte in grammatischer Beziehung so eng verknüpft ist, für den sach- lichen Teil dieses Faches wie für die Heimatkunde überhaupt gar keine Bedeutung haben. Und in der That besteht auch in dieser Hinsicht eine directe Verbindung zunächst nicht. Sie könnte nur hergestellt werden, wenn das im Gebrauch befindliche lateinische Lesebuch Stücke aus dem vorstehend angegebenen Concentrationsstoff enthielte, also etwa über die alten Deut- schen, ihre Sitten und Lebensweise, ihre Kämpfe mit den Römern, über die Völkerwanderung u. s. w. Die Stoffauswahl müsste nach Cäsar, Livius und Tacitus vorgenommen werden und auch im Vocabelschatz durchaus auf diese Schriftsteller vorbereiten. Das in Quinta- benutzte Lesebuch von Schmidt ist nun leider nicht in dieser Weise gestaltet; jedoch bietet es neben vielen inhaltlich wertvollen Einzelsätzen eine ganze Reihe von zusammen- hängenden Stücken geschichtlichen und mythologischen Inhalts sowie einige Fabeln. Für die Auswahl des Lesestoffes müssen folgende Gesichtspunkte maſsgebend sein: 1) Sind unter den- Lesestücken solche, die in der vorhergehenden Classe begonnene Vorstellungskreise weiter ver- folgen, oder 2) solche, welche a) zu dem Concentrationsstoffe derselben Classe in Beziehung treten, b) einen eigenen für sich abgeschlossenen Kreis bilden, oder 3) andere, die sich als-
1 Vgl. S. 12 u. 13.


