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2 (1894) Sachlich-historischer Teil
Entstehung
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altbewahrte Eigenart(Sachsen, Lausitzer Wenden) und Gebräuche, Charakter, Wohnort (Sachsenhaus fränkisches Haus; Einzelhöfe, Bauden Städte, langgezogene Dörfer,[Oden- wald, Schwarzwald]). Politische Einteilung(Bundesstaat; Provinzen, Kreise, Regierungsbezirke), Staatsform, Anteil des Volkes an der Regierung.

9. Städte. Entstehung(aus römischen Castellen, um Klöster, Kaiser- oder Bischofs- pfalzen, um Reichsburgen, infolge von Bodenschätzen, aus besonderen Gründen¹. Arten (Industrie-, Handels-, Ackerbaustädte; Festungen Universitäten[Akademien])). Gründe zum Wachstum(Lage an Verkehrstraſsen, Bodenschätze). Lage? der Hauptstädte. Städtebünde.

Trotz der Fülle des Stoffes wird der Lehrer bei der verhältnismäfsig grolsen Zahl von wöchentlich drei Geographiestunden sowie bei der beständigen Unterstützung durch den deutschen Unterricht am Ende des Schuljahres noch eine Zeit von ca. vier Wochen zur Ver- fügung haben, um die Gesamtergebnisse des deutsch-geographischen Unterrichts zu vertiefen bezw. unter grölſsere Gesichtspunkte zusammenzufassen; manche Reihen werden überhaupt jetzt erst gebildet werden können. Vor allem hat nun eine einheitliche politische Betrachtung der einzelnen Staaten, die dem Lehrbuche entsprechend seither nur stückweise je nach ihrer physikalischen Zugehörigkeit zu einem Landesteil behandelt wurden, im Zusammenhange stattzufinden. Auch empfiehlt sich eine Übersicht über die Anfänge, Entwickelung und Schicksale des deutschen Volkes unter Angabe der in Frage kommenden leitenden Personen, soweit sie dem Schüler bekannt sind, unter stetem Hinweis auf die Culturgeschichte. Dabei sind einerseits die Folgen der geographischen Lage Deutschlands für seine Geschichte zu berücksichtigen, andrerseits bedarf auch die verderbliche Wirkung der beständigen Uneinigkeit des Volkes der gebührenden Würdigung; erst mit dem Jahre 1870 erreicht sie ihr Ende. Gelegenheit zur Bildung kleinerer Centren findet sich überall, wie Zusammenstellung von Schlachtorten, historisch wichtigen Punkten, strategisch bedeutenden Bahnen oder Verkehr- straſsen, mag eine solche Gruppierung nun innerhalb des gesamten Deutschlands oder in den Grenzen eines Teilgebietes(Landschaft, Provinz) vorgenommen werden. Etwas grölsere Anforderungen stellt schon die Beantwortung von Fragen wie: Welche Wege kann man einschlagen, um von Cöln nach Königsberg zu gelangen, welches ist der kürzeste, welche Hindernisse hat er zu passieren(Flüsse, Gebirge; wie könnte man sie beseitigen Brücken, Benutzung von Pässen, Querthälern, Fluſsthälern, Umgehung, Durchbohrung mit Tunnels); welche Länder und Provinzen durchzieht die Strafse, welche Städte liegen an ihr, welche andere Verkehrstrafsen kreuzt sie u. s. w.

Wie ich schon oben erwähnt habe, dürfen dabei verständliche Fragen aus dem Gebiet der Volkswirtschaft nicht vernachlälsigt werden. So ist dem Schüler gelegentlich der Behandlung des Schwarzwaldes und Spessarts von der Ausfuhr ihrer gewaltigen Tannenstämme nach Holland zum Schiffsbau erzählt worden(Beförderungsmittel: Main, Rhein); hier könnte sich recht gut einmal eine Betrachtung über die Verwendung des Holzes überhaupt anschlielsen: Bauholz (Schiffs-, Häuser-, Brückenbau; Bretter), Brennholz(auch gebranntes Holz= Holzkohle), Möbel, Haus- und Küchengeräte, Schulgeräte, Instrumente, Wanduhren(Schwarzwald), Spielwaren

¹ Diese sind meist sagenhafter Natur, vgl. die Entstehung von Frankfurt, Darmstadt, Seligenstadt, Kreuz- nach und Hildesheim. S. Teil I, p. 17, Anm. 1.

² Sehr instructiv für den Lehrer ist das Buch von Hahn, die Städte der norddeutschen Tiefebene in ihrer Beziehung zur Bodengestaltung, Stuttgart, 1885.