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2 (1894) Sachlich-historischer Teil
Entstehung
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und Germanen(Vetera, Cöln, Bonn, Andernach, Coblenz, Bingen, Mainz, Stralsburg Castelle. Aliso vorgeschobener Posten, Sommerlager ſcastra aestiva] des Varus), Stützpunkt und Operationsbasis der Römer gegen die Germanen(Züge des Drusus und Varus), aber auch Ausgangspunkt eines friedlichen Verkehrs. 3. Sagengeschichte(Lorelei, Drachenfels, Xanten, Worms; Fahrt nach dem lsenstein) und Merovingerzeit, Die Rheinufer von Franken und Alemannen bewohnt, Grenze ungefähr der Main. Schlacht bei Zülpich. 4. Ein- führung des Christentums und Zeit Karls des Grofsen. St. Goar und St. Goars- hausen, Mainz(Bischofssitz des Bonifatius), St. Gallen, Fränkische Wohnsitze, Bischofsstädte aus Römerstädten. Verkehr zwischen Nord- und Süddeutschland. 5. Zeit des Ritter- tums. Burgen auf beiden Seiten. Raubritterwesen. Bürgerfreiheit und Bürgermacht(Rheini- scher Städtebund Cöln). 6. Neuere Zeit. Rhein von den Franzosen als Grenze verlangt. Die Verwüstung der Pfalz(Stralsburg, Heidelberg, Speyer, Worms, Oppenheim, Ingelheim). Blücher bei Caub(Erinnerung an Cäsars Rheinübergang nach Germanien). 7. Neueste Zeit. Der Rhein ein deutscher Strom, Wiedergewinnung Stralsburgs. Starke Festungen, blühende Städte. Niederwalddenkmal. Der»Vater Rhein« das Bild eines deutschen Stromes mit fried- lichem Wein- und Landbau, Handel und Verkehr(Dampfschifffahrt, Eisenbahnen zu beiden Seiten; Verkehrshindernisse[Binger Loch, Lorelei] beseitigt). Gelesen und erklärt wird das obenerwähnte Gedicht von Geibel. In ähnlicher Weise lassen sich die übrigen Ströme¹ sowie die Seeküste behandeln, selbstverständlich auch die einzelnen Landschaften, letztere nur mit sehr verschiedener Genauigkeit.

Ein nicht weniger enger Zusammenhang wie mit der Heimatkunde besteht auch mit der Naturgeschichte.»Den Gegenständen der Naturgeschichte«, sagt Willmann ²,»weist die Geo- graphie ihre Fundorte an und sie hat das schöne Vorrecht, das einzelne Naturproduct aufzu- fassen als ein Stück des Lebens auf der Erdoberfläche oder als ein Stück dieser selbst.- So lernt z. B. der Schüler im naturgeschichtlichen Unterricht die Kartoffel kennen, er betrachtet ihren Bau, ihre Teile, ihre Zugehörigkeit zu einer bestimmten Pflanzengattung und hört wohl auch etwas von Feinden dieser Cultur und ihrer Wirksamkeit(Kartoffelkäfer, Engerlinge [Maikäfer]; auch die Raupe des Totenkopfes lebt, wie manche Schüler wissen, gern auf Kar- toffelblättern). Dagegen die Wichtigkeit dieser Pflanze für das menschliche Leben, dargethan an ihrer weiten Verbreitung auch in Gegenden und auf einem Boden, wo sich z. B. Ackerbau nicht oder nur mit geringem Nutzen betreiben lälst, ferner die Art und Weise ihrer Verwen- dung in der Volkswirtschaft(Nahrungsmittel für Menschen und Tiere; Verarbeitung zu Kar- toffelmehl, Stärke, Branntwein[Brennerei auf dem Schiffenberg bei Giefsen], Kartoffelzucker), dies alles lehrt die Geographie, und wie störend es im Haushalte empfunden wird, wenn einmal die Kartoffeln erfroren oder verfault sind(Kartoffelkrankheit), hat gewifs schon mancher Schüler erfahren. Jetzt wird es ihm erst recht klar, weshalb der grolfse Friedrich die allgemeine Einführung dieses»Volksnahrungsmittels« wiederholt und mit gröſster Energie ins Werk zu setzen suchte, und die Vervollständigung des Gesamtbildes durch die Erzählung der ersten Schicksale dieser Frucht in England kann nur geeignet sein, das Interesse des Sehülers für

1 Mit Benutzung der Gedichte: Die Weser v. Dingelstedt, Das Lied von den deutschen Strömen v. Buchner. ² Pädag. Vorträge p. 106.