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2 (1894) Sachlich-historischer Teil
Entstehung
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die Pflanze zu vermehren ¹. Gelesen wird das Stück: die Kartoffel?. Da der naturgeschicht- liche Unterricht in der Classe fast nur einheimische Pflanzen und Tiere behandelt³, so lassen sich derartige Zusammenfassungen öfter anstellen, so z. B. aus der Tierwelt die Betrachtung der Biene und ihres Nutzens gelegentlich der Behandlung der Lüneburger Heide(zugleich typisch für die Abhängigkeit der Tiere von der Pflanzenwelt). Eine weitere Verwertung finden solche Stoffe in schriftlichen Arbeiten(Aufsätze, freie Arbeiten), sodals auch der deutsche Unterricht dadurch Unterstützung erhält.

Die typischen Ergebnisse, welche durch meist combinierenden Unterricht in dieser Klasse erreicht werden, sind folgende:

1. Bodenerhebungen. Gebirge, aber auch relative Höhe an sich niedriger Erhebun- gen im Flachlande. Richtung(als Kennzeichen des ursprünglichen Zusammenhangs, Taunus Hunsrück, schweizer Jura deutscher Jura), Höhe(als Wasserscheide, Verkehrshindernis [Fichtelgebirge; Erzgebirge, Thüringerwald, Riesengebirge], klimatische Grenze ſtypisch: Riesen- gebirge], Völkerscheide im Bezug auf Stamm, Leben, Sitte, Sprache, Recht[Thüringer Wald)), Zusammensetzung(Urgestein, Lagerung in Schichten[Flöze], durchbrechendes Gestein, vul- kanischer Boden[Eifel, Vogelsberg, Rhön], hartes und weiches Gestein, Verwitterung(Sand- stein, Schiefer, Kalk], merkwürdige Bildungen[Bastei, Kuhstall, Adersbacher Felsenlabyrinth, Tropfsteinhöhlen], Quellenarmut infolge von Bodenzusammensetzung). Ausflugsorte(sächsische Schweiz, Harz, Thüringer Wald, Schwarwald). Veränderungen der Erdoberfläche im Laufe der Zeit durch natürliche Vorgänge(Hebung des Bodens[schwäbisch-bayrische Hoch- fläche, norddeutsches Tiefland], Senkung[Holland, Nordseeküste]z, Bodenverlust durch die Gewalt des Meeres[Ebbe und Flut, Sturmfluten], durch Verwitterung und Zernagung[Rhein, Elbe, Weser]), aber auch durch künstliche Bearbeitung(im Interesse der Cultur, Entwässerung [Moore, Sümpfe, die Brüche an Oder, Warthe, Netze, Austrocknen des Harlemer Meeres], Bodengewinnung[Deiche Polder, Marschland], im Interesse von Handel und Verkehr An- legung von Stralsen, Eisenbahnen, Kanälen; Fluſsregulierungen[Ausbaggernng, Sprengung, Dämme])). Bodenart. Lehmboden(Marschen, Vierlande, Magdeburger Börde, Danziger Werder, Fehnen, Goldne Au, Löfsboden), Sandboden(die beiden Landrücken, Lüneburger Heide, Kurische Nehrung; Geestland, Dünen), vulkanischer Boden(s. o.), Kalkboden(Jura), Moorboden(Entstehung, Arten, Schaden, Cultur). Die Bodenart im Zusammenhang mit Pflanzenwelt, Bebauung, Dichtigkeit der Bevölkerung.

2. Gewässer. Meer, Seeen, Flüsse, Kanäle; Nutzen(Verkehrstrafsen, Flufs- und Dampfschifffahrt), Schaden(Sturmflut, Ueberschwemmung, Eisgang; Schutz: Dünen, Deiche,

1 Vgl. die Behandlung in Lehrpr. II p. 37.

² Hier wird unter anderem die weitere interessante Anekdote erzählt, dafs König Ludwig XVI. von Frankreich diese Pflanze einst im Knopfloche und seine Gemahlin auf dem Hute trug, um die Kartoffel bei ihrem Volke in Aufnahme zu bringen.

3 Vgl. Schiller, die einheitliche Gestaltung des Gymnasialunterrichts p. 53. Zur Verwertung im natur- wissenschaftlichen Unterricht bietet das Lesebuch eine grofse Anzahl von Stücken: der Hund; die Maus; der Specht; die Wandervögel; Tierleben im Tümpel; der Maulwurf; das Eichhörnchen; das Pferd; die Fledermaus; von ausländischen Tieren: das Renntier; der Löwe; der braune Bär; ferner für die Pflanzenwelt: das Mai- glöckchen; das Veilchen; wie die Blüte einer Frucht entsteht; die Buche; die Eiche; die Linde; der Laubwald; die Rofskastanie; die Kartoffel; die Wiese.