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II. Geographie.¹
Der geographische Unterricht in dieser Klasse hat zunächst die specielle Aufgabe, dem Schüler— unter steter Berücksichtigung des Kartenlesens— Gebirge, Flüsse, Klima, Pflanzen- und Tierwelt, Bodenschätze, Verkehrsstrafsen, Bewohner und Städte seiner Heimat in ihrem jetzigen Zustande vorzuführen. Dabei liegt ihm jedoch auch die allgemeine Aufgabe ob, an diesem Stoffe den Schüler zu typischen Begriffen zu führen, ihn zugleich für das Ver- ständnis bedeutenderer geographischer Fragen auf der Oberstufe vorzubereiten und sein Interesse für allgemeinere, besonders volkswirtschaftliche? Dinge zu erwecken. Für die Ver- knüpfung bietet hauptsächlich der deutsche Lesestoff Unterstützung, indem eine Reihe von Lesestücken geradezu geographisches Material lieferté: das Fichtelgebirge, die Hochgebirge, die Zusammensetzung der Erde, die Weser, der Rhein. die Buche, die Eiche, die Linde, der Laub- wald, die Kartoffel, die Verteilung der Pflanzen und Tiere auf der Erde, die Wandervögel. Aus Masius II. lielsen sich benutzen: der Quadersandstein(Elbsandsteingebirge), die weiſse Kreide(Stubbenkanner auf Rügen), Holzschlag im Böhmerwalde, die Halligen, die Holländer; aus dem Lateinischen das Lesestück: die Gewalt des Meeres, und manche inhaltlich wertvolle Einzelsätze.
Zu dem gesamten heimatkundlichen Unterricht steht der geographische in engster Be- ziehung. Auf der einen Seite hat er an vieles anzuknüpfen, es zu befestigen oder zu er- weitern; auf der andern Seite erfordert wieder die Heimatkunde beständiges Zurückgreifen auf die in der Geographie gewonnenen Kenntnisse. Es kommt also in diesem Unterrichte überall darauf an, die Fäden möglichst zahlreich herüber und hinüber zu schlingen. Abschlieſsend geschieht dies am besten jedesmal dann, wenn eine geographische Einheit zu Ende geführt ist. Ein Beispiel möge veranschaulichen, wie sich bei dieser Behandlung feste Reihen erzielen lassen. Der Rhein ist in dem Geographieunterricht allmählich behandelt(nach Kirchhoff, Schulgeographie), eine Menge von Beziehungen zu dem deutschen Lese- und Erzählungsstoffe wurde dabei hergestellt. Jetzt handelt es sich um Einordnung in bestimmte Reihen. Das Princip der Behandlung ist chronologisch und kann dem Geibel'schen Gedichte: der Rhein folgen. 1. Vorhistorische Zeit. Schwäbisch-bayrische Hochfläche ein See. Durchbruch im Südwesten durch den nicht widerstandsfähigen Jura. Oberrheinische Tiefebene von Basel bis Bingen ein See. Zweiter Durchbruch durch das rheinische Schiefergebirge. Seebecken zwischen Coblenz und Andernach; Mündung vielleicht bei dem heutigen Bonn(die norddeut- sche Tiefebene als Meeresboden gedacht). 2. Römerzeit. Rhein Grenze zwischen Römern
¹ Hülfsbücher für den Lehrer: Sach, die deutsche Heimat; Kutzen, das deutsche Land; Buchholz, Charakterbilder aus Deutschland; Hentschel und Märkel, Umschau in Heimat und Fremde, Bd. I Deutschland; Daniel, Deutschland für die Jugend(neubearbeitet von Volz); Grube, Geographische Charakterbilder; Schneider, Deutschland in Lied, Volksmund und Sage; vgl. Gorge, die Verwertung von Dichtung und Sage für den geographischen Unterricht, Zeitschrift f. Schulgeographie Bd. VIII, p. 87 ff.
² Auch in das deutsche Lesebuch mülsten solche volkswirtschaftliche Stücke aufgenommen werden, wie das z. B. in dem Quartaband des oben erwähnten Lesebuchs von Dadelsen geschehen ist. Ein eignes »Volkswirtschaftliches Lesebuch zum Unterrichtsgebrauch«, bestehend in Beispielen aus dem täglichen Leben, hat H. Mahraun herausgegeben(Berlin, 1893).
³ Für die heitmatliche Sage lassen sich benutzen: der Rattenfänger von Hameln; Zwei Sagen von Rübezahl; Die Sage vom Taufstein; Wie die Stadt Darmstadt entstand; Vetzberg, Gleiberg, Wettenberg; Wie Seligenstadt entstand; Burg Rodenstein; Der Frankenstein; Der Binger Mäuseturm.


