Schulnachrichten.
A. Schulchronik.
Das mit dem 8. April d. J. vollendete Schuljahr begann am 2. Mai 1878. Die Eröffnung erfolgte in gewohnter Weiſe durch den unterzeichneten Rector in gemeinſamer Verſammlung und Hora der Lehrer und Schüler. In der an dieſen Actus ſich anſchließenden Aufnahme traten 51 Schüler, welche am 1. Mai die vorgeſchriebene Prüfung beſtanden hatten, in die Anſtalt ein.
Wie in dem Programm des v. J. mitgetheilt worden, war unſerer Schule durch hohe Ver⸗ fügung Sr. Exellenz des Herrn Miniſters der geiſtl., Unterrichts⸗ und Medicinalangelegenheiten vom 13. Feb. v. J. die ſchon ſeit mehreren Jahren erſtrebte Vollberechtigung verliehen worden, nachdem die bis dahin entgegenſtehenden äußerlichen Verhältniſſe beſeitigt worden waren. Mit dieſer Anerkennung der Anſtalt als einer vollberechtigten höheren Bürgerſchule iſt ſie nunmehr am höchſten Ziel, welches ſie als ſolche erreichen kann, angelangt, indem die Schule von hoher Behörde zu einer Realſchule I. Ordnung erklärt wurde, der die Prima mangelt. Selbſtverſtändlich mußte die vollberechtigte höhere Bürgerſchule nun auch in den der Realſchule I. Ordnung zuſtehenden Berechtigungen gleichgeſtellt werden, worüber in dem vorjährigen Programm das Nähere mitgetheilt worden iſt. Eine Zuſammenſtellung der den verſchiedenen höheren Lehranſtalten verliehenen Berechtigungen, bzw. der Anforderungen, welche vom Staate bei der Zulaſſung zu den verſchiedenen Zweigen des Staatsdienſtes oder den Berufsarten mit wiſſenſchaftlicher Vorbildung geſtellt werden, iſt unten nochmals mitgetheilt, weil die betreffenden Verhältniſſe ziemlich complicirt und die Kenntniß derſelben, obgleich ſehr wichtig, dennoch wenig verbreitet iſt.
Wie die unter E gegebene ſtatiſtiſche Ueberſicht zeigt, iſt die Frequenz in dem eben verfloſſenen Schuljahr die größte, welche bis jetzt vorgekommen. Dieſes iſt um ſo erfreulicher, als ſich dadurch zeigt, dßdie Erhöhung des Schulgeldes keinen nachtheiligen Einfluß auf die Frequenz der Anſtalt geäußert hat.
3 Wir bringen hier in Erinneruug, daß durch die Munificenz der ſtädt. Behörden 20 Freiſtellen geſtiftet ſind, und daß man beſonders geneigt iſt, Ermäßigungen im Schulgeld eintreten zu laſſen, wenn zwei oder mehrere Brüder die Schule beſuchen.
In dem verfloſſenen Schuljahre iſt dem Curatorium der höheren Bürgerſchule ein Mitglied durch den Tod entriſſen worden, dem die Anſtalt und ihre Lehrer zu vielem Dank verpflichtet ſind. Am 1. Oct. v. J. ſtarb nach kurzem, aber ſchwerem Krankenlager Herr Pfarrer Schmidt, welcher ſeit der Reorganiſation der Anſtalt Mitglied des Curatoriums war und zwar als Vertreter der proteſtantiſchen Kirche vom Königlichen Provinzial⸗Schulkollegium hierzu beſtellt. Ein ganz beſonderes Verdienſt erwarb ſich der allgemein Betrauerte bei der Umwandlung der früheren Realſchule in eine preuß. Reallehranſtalt, indem er im J. 1866 und 1867 bei der noch hier befindlichen Regierung Schulreferent war und die Ueberführung in die neuen Verhältniſſe mit ebenſo großer Sachkenntniß als mit freundlichem Wohlwollen bewirkte. In ſeiner vieljährigen Thätigkeit als Mitglied des Curatoriums war er ſtets als Freund und Gonner der Lehrer und der Anſtalt bemüht, die Fort⸗ entwickelung der letzteren mit Rath und That zu fördern. Sein Andenken wird daher auch noch lange bei Lehrern und Schülern im Segen bleiben.—
An die Stelle des Herrn Pfarrer Schmidt wurde Herr Pfarrer Bernhard durch Beſchluß Königl. Provinzial⸗Schulkollegiums vom 11. November v. J. als Mitglied des Curatoriums zur Vertretung der kirchlichen Intereſſen beſtellt.
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