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2 (1879)
Entstehung
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Den Königsmördern(Jacques Clement, Franz Ravaillac, Gerhard von Delft u. A) wurde der Dolch in die Hand gedrückt. Ein Syſtem des Meineids(Reservatio mentalis) wurde ausgebildet. Die ſchnöde Selbſtſucht des natürlichen Menſchen wurde heilig geſprochen, wenn Jemand nur ſonſt als gehorſamer Katholik lebte. An die Stelle der Herzens⸗ bekehrung aber traten überall äußerliche Werke nach kirchlicher Tradition.

Der Jeſuitenorden bekam durch den Eifer und durch die Klugheit ſeiner Begründer ſehr bald den größten Ein⸗ fluß in allen katholiſchen Ländern. Ueberall hemmte er die Ausbreitung der Reformation; er wußte viele Gebiete wieder zu gewinnen(Vgl.§. 37, 2). Nachdem er jedoch durch Macht und Reichthum, wie alle frühern Orden, allzu⸗ ſehr entartet war und jede tiefere Frömmigkeit in der katholiſchen Kirche, beſonders die der auguſtiniſch(Vgl.§. 16 5) geſinnten Janſeniſten in Frankreich, im 17. Jahrhundert unterdrückt hatte, nöthigte der Zorn der katholiſchen Völker den Papſt Clemens XIV.(Ganganelli) 1773 zur Aufhebung des Ordens. Doch Pius VII. ſtellte ihn 1815 wieder her und bahnte ihm den Weg zur Herrſchaft über die ganze römiſche Kirche. Beſonders unter Pius IX. trat dies in der päpſtlichen Verkündigung der unbefleckten Empfängniß Marias und der Unfehlbarkeit des Papſtes deutlich hervor. Ueberall aber macht ſich ſeitdem die Gewalt des Ordens im Stillen geltend. Durch ihn iſt nicht nur der Clerus ſondern auch ein Theil der katholiſchen Völker ſelbſt in einem ſolchen Grade fanatiſirt, daß die evangeliſche Kirche wuhel zu wachen hat, damit ſie nicht verliere, was ſie hat, ſondern die Krone der geoffenbarten Wahrheit behalte bis ans Ende.