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1 (1878)
Entstehung
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Laurentius die Elenden und Krüppel und Armen von Rom in einer langen Reihe aufſtellen laſſen und wies auf dieſe mit den Worten hin: Dies ſind unſre Schätze! Wuthentbrannt befahl der Statthalter, Laurentius ſolle Chriſtum abſchwören. Da aber dieſer ſich weigerte, verurtheilte ihn der Grauſame zum Feuertod auf einem glühenden Roſt. Unter Gebeten und Lobliedern ertrug Laurentius die Gluth und hauchte ſelig ſeinen Geiſt aus. Der Verfolger Valerian dagegen fiel in die Hände der Perſer, gegen welche er 25758 kämpfte, und wurde von dieſen nach vielen Kränkungen und Mißhandlungen grauſam gemordet. Sein Sohn Gallienus gab den Chriſten Ruhe, deren ſie ſich auch unter den folgenden Regierungen erfreuten.

3) Die letzte und größte aller Verfolgungen kam aber gerade, als dieſe Ruhe 40 Jahre gedauert hatte und Niemand mehr an eine Verfolgung dachte. Wiederum waren die Männer, welche ſie erregten, von den altheidniſchen und römiſchen Anſchauungen beherrſcht. Der Kaiſer Diokletian(284 305), ein tapferer und ſtaatskluger Fürſt, welcher das ganze römiſche Reich neu organiſirte und durch Erwählung von Unterkaiſern die bisherige allzuſtraffe Einheit deſſelben zu Gunſten der großen Provinzen lockerte, wurde von ſeinem Schwiegerſohn, dem Kaiſer Galerius, einem abergläubiſchen und fanatiſchen Götzendiener, auf die das ganze Reich umfaſſende und von den Biſchöfen beherrſchte Chriſtenheit als auf eine ſtaatsgefährliche Verbindung aufmerkſam gemacht. Dieſe Verdächtigungen blieben nicht ohne Eindruck auf Diokletian. Er wußte zwar, daß ſich die Chriſten bis dahin niemals in politiſche Handel eingelaſſen hatten und daß ſie in allen Lebens⸗ ſtellungen, im Heer, in der Verwaltung, in der Rechtspflege und im Privatverkehr gehorſame und treue Unterthauen waren. Aber konnten ſie nicht plötzlich auf den Gedanken kommen, ſich der Herrſchaft im Reiche zu vemächtigen, einen Chriſten auf den Thron zu ſetzen, die altrömiſche Religion zu unterdrücken? Waren ſie nicht einflußreich und thatkräftig genug, um einen ſolchen Gedanken, wenn ſie ihn einmal gefaßt hatten, auch durchzuführen? Diokletian wurde dieſe Befürchtungen nicht wieder los. Das Gefühl der Unſicherheit ſteigerte ſich bei ihm zu feindſeligen Argwohn. Vor allem ſchien es ihm nöthig, die unzuverläſſigen oder gefährlichen Chriſten aus der Armee zu entfernen. Daher erſchien 298 der Befehl, alle chriſtlichen Soldaten ſollten an den Opfern theil⸗ nehmen oder aus dem Dienſt treten. Viele traten darauf aus; eine Menge andere, welche dies nicht konnten oder wollten, ſtarben als Märtyrer, darunter hochgeſtellte Officiere. Doch war dies nur das Vorſpiel. Im J. 303 wurde die prächtige Kirche in Nikomedien niedergeriſſen und für das ganze Reich das Gebot erlaſſen, die Gottesdienſte der Chriſten zu ſchließen, ihre Kirchen zu zerſtären, ihre heiligen Schriften zu verbrennen, die Chriſten ſelbſt aller Aemter und bürgerlichen Rechte zu berauben, die Widerſpenſtigen auch mit Folter und grauſamen Todesarten zu beſtrafen. Beſonders im Orient, wo Galerius herrſchte, wüthete die Verfolgung; ganze chriſtliche Städte wurden mit den Einwohnern verbrannt; Frauen und Jungfrauen wurden vor dem Tode durchs Schwert oder durchs Feuer jeder Schandthat der Henker oder Soldaten preisgegeben; Unzähligen wurden die Augen ausgeſtochen, der Leib aufgeſchuitten oder andere nur erſinnliche Qualen bereilet. Nur in den Weſtprovinzen Spanien, Gallien und Brittannien fanden die Chriſten etwas Schonung. Hier herrſchte Conſtantius Chlorus, ein Mann von der religiöſen Richtung des Alexander Severus oder Philippus Arabs(Vergl.§. 9, d), der die Chriſten für gute Unterthanen hielt und nur zum Schein ihnen einige Kirchen zerſtörte. Ihm wie ſeinem Sohne Conſtantin wandte ſich darum auch die Dankbarkeit der Chriſten zu. Die andern Kaiſer dagegen, welche in der Verfolgung ſich nicht genug thun konnten, mußten nach jahrelangen Grauſamteiten erkennen, daß ſie ihren Zweck nicht zu erreichen vermochten. Zwar opferten viele Chriſten den Göttern, lieferten die heiligen Bücher aus, erkauften ſich Scheine, daß ſie geopfert hätten; aber ungleich mehr waren theils bereit zu ſterben theils ließen ſie wirklich ihr Leben um Chriſti willen. Die Heiden ſelbſt wurden des unnützen und grauſamen Mordens zuletzt müde. Diokletian aber, in ſeinen Erwartungen auf einen Maſſenrücktritt der Chriſten zum Heidenthum getäuſcht, legte 305 die Regierung nieder. Sein Nachfolger Maximin wüthete zwar mit Galerius weiter, allein eine ſchreckliche Krankheit brach die Verfolgungsſucht des letztern ſo ſehr, daß er 311 den Chriſten Duldung gewährte und ihre Fürbitte für Kaiſer und Reich verlangte. Unterdeß war auch ſeit 306 Conſtantin der Große ſeinem Vater Conſtantius Chlorus gefolgt. Aufgewachſen im Glauben an einen Gott und von der Dankbarkeit der Chriſten ats Retter begrüßt, trat er offen auf deren Seite. Nach einer wunderbaren Viſion, in welcher ihm ein lichtes Kreuz am Himmel mit der Unſchrift: In dieſem ſiege! erſchienen war, machte er das Kreuz zur Neichsfahne, beſiegte darauf den Urſurpator Maxentius und erließ 312 zuſammen mit ſeinem Schwager Licinius ein Duldungsedikt für alle Culte, ſowie 313 das Edikt von Mailand, welches den Uebertritt zum Chriſtenthum frei ſtellte. Da letzteres Edikt in ganzen Reiche galt, ſo war hiermit der Widerſtand des altheidniſchen und

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