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1 (1878)
Entstehung
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gezeigt, daß der Heide wie der Jude ohne des Geſetzes Werk, durch den Glauben an Chriſtum vor Gott gerecht und ſelig wird(A. G. 13, 38 39. Gal. 3, 10 14), daß aber zugleich der heilige Wandel aus dem neuen Leben des Herzens nothwendig hervorgehen muß(Röm. 6, 1113. Gal. 5, 6).

7) Von Antiochien aus machte Paulus drei größere Miſſionsreiſen. Die erſte führte ihn im J. 45 in Begleitung des Barnabas nach Cypern, wo er den Proconſul Sergius Paulus bekehrte und den Namen Paulus annahm, von da nach Pamphylien, Piſidien, Lykaonien und zur See zurück nach Antiochien; in Paphos, Antiochien in Piſ., Ikonium, Lyſtra und Derbe entſtanden Gemeinden. Auf der zweiten Reiſe von 52 54 beſuchte Paulus mit Silas dieſe früheren Gemeinden, bekehrte die Galater, bei welchen ihn ein vom Tage bei Damaskus herrührendes heftiges Augenleiden längere Zeit zurückhielt(A. G. 9, 8 9. Gal. 4, 15), wurde vom Herrn nach Macedonien berufen, gruͤndete die Gemeinden in Philippi, Theſſalonich und Beröa, fand Eingang in Athen und ſammelte während 1 ¼ Jahren in Korinth eine große Gemeinde aus ſehr verſchiedenen heidniſchen und jüdiſchen Elementen. Vor und nach dieſer Reiſe war er auch in Jeruſalem. Auf der dritten Reiſe von 5558 verweilte er 2 ½ J. in Epheſus, wurde durch einen Aufſtand der Goldſchmiede vertrieben, beſuchte die Gemeinden in Macedonien, Griechenland, Kleinaſien, Phönicien und Paläſtina, empfing unterwegs die Weiſſagung ſeiner Gefangennahme (A. G. 20, 23. 21, 1011), reiſte zum Oſterfeſt nach Jeruſalem, wurde hier von den Juden überfallen, aber durch die Römer befreit und gefangen nach Cäſarea geführt, blieb dort 2 Jahre in Unterſuchung, appellirte als römiſcher Bürger an den Kaiſer, wurde im J. 60 nach Rom geſchickt und vor Gericht geſtellt, zuletzt aber, man weiß nicht, unter welchen Umſtänden, noch einmal wieder freigelaſſen.

8) Von Rom aus gründete er dann noch auf einer vierten Reiſe Gemeinden in Creta und Spanien, wurde darauf wieder gefangen geſetzt und erlitt den Tod durchs Schwert im J. 67 unter Nero, nachdem er ſeine beſte Kraft unter Mühen, Arbeiten, Verfolgungen und Krankheiten längſt im Dienſte Jeſu verzehrt hatte. Seine bedeutendſten Gehülfen waren außer Barnabas und Silas noch Apollos, Timotheus, Titus und der Evangeliſt Lukas. Die Gemeinde in Rom, in welcher Paulus wiederholt als Gefangener, aber auch frei verweilte, war nicht von ihm ſelbſt gegründet, ſondern hatte ſich aus Juden⸗ und Heidenchriſten ſchon ziemlich frühe zuſammengefunden. Es war Paulus nicht beſchieden, dieſelbe zum Mittelpunkt einer ebenſo ausgedehnten Miſſionsthätigkeit für den Weſten zu machen, wie es ihm für den Oſten Antiochia geweſen war(Röm. 15, 22 24). Sein Märtyrertod verhinderte die volle Ausführung dieſes Planes, welche bereits in Creta und Spanien von ihm begonnen war.

§. 7. Verfolgungen und weitere Ausbreitung der apoſtoliſchen Kirche unter den Heiden.

¹) Die feindſelige Aufmerkſamkeit der Heiden anf die Chriſten wurde zuerſt von den Juden erregt(A. G. 13, 50. 14, 19. 17, 5 8). Als Paulus ſeine Miſſionsreiſen machte und Gemeinden gründete, welche nicht durch die Werke des Geſetzes, ſondern durch den Glauben an den Gekreuzigten und Auferſtandenen ſelig werden wollten, ließ dieß dem Neid und Zorn der Juden keine Ruhe. Sie hetzten die Heiden gegen die Chriſten durch die Anklage auf, die Chriſten ſeien Unruheſtifter und Empoörer gegen den Kaiſer und gegen das römiſche Reich, ein Vorwurf, welcher ſeitdem Jahr⸗ hunderte lang von Zeit zu Zeit ſeine Opfer forderte, beſonders ſchon in den Jahren 63 65 in Kleinaſien. Sehr bald kamen aber noch andere Gründe hinzu, um den Haß der Heiden gegen die Chriſten zu erregen.

2) Während man ſie früher für eine bloße jüdiſche Secte gehalten und demgemäß behandelt hatte, z. B. bei der Vertreibung der Juden aus Rom im J. 53 unter Claudius, wo die Chriſten mitvertrieben wurden(A. G. 18, 2), ſo erkannte man ſpäter, daß ſie eine andere, vom Staat nicht anerkannte Religionsgeſellſchaft(religio illicita) waren. Man fing deßhalb an, ſie mit Argwohn und Mißtrauen zu betrachten, und fand in ihrem geſammten Verhalten vom heidniſchen Standpunkt aus mancherlei Anlaß zu Haß und Verfolgung. a) Weil ſie die Verehrung der Götter entſchieden verwarfen und im ihren eignen Gottesdienſt nur eine geiſtige Anbetung übten, hielt man ſie für Gottesleugner und Religionsfeinde(so, athei). b) Weil ſie vor den Altären und Bildern der Kaiſer nicht opfern wollten, mußten ſie als ungehorſame Unterthanen und Majeſtätsverbrecher