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den Gemeindeu der Sektirerei ſowie der Chriſtusleugnung; verfaßte das Evangelium und 3 Briefe, wiederholte als müder Greis in den Verſammlungen immer von Neuem die Mahnung: Kindlein, liebet euch unter einander! Und ſtarb im höchſten Alter, der einzige unter den Apoſteln, der nicht den Märtyrertod zu erleiden hatte(Joh. 21, 20— 23). Von den übrigen Jüngern ging nach alter Ueberlieferung Bartholomäus oder Nathanael nach Indien, Andreas nach Scythien(Halbinſel Krim), Thomas nach Perſien, Judas, Jakobs Sohn, nach Arabien, Matthäus oder Levi nach Aethiopien. Sie verließen wohl ſämmtlich Paläſtina erſt nach dem J. 63 und ſtarben als Blutzeugen des Herrn unter den ſchwerſten Martern.
§. 5. Die Ausbreitung und die Kämpfe der apoſtoliſchen Kirche unter den Inden.
1) Gemäß dem Willen des Herrn ſollten die Apoſtel nach der Gründung der Kirche zunächſt verſuchen, das Volk Israel zum Glauben an ſeinen Heiland zu führen(Matth. 10, 5. 15, 24. A. G. 1, 8). Deßhald blieben ſie mit der ganzen Gemeinde bis zu deren gewaltſamen Vertreibung im Jahr 63 in Jeruſalem und Paläſtina. Soviel ſie konnten, hielten ſie die Gemeinſchaft mit ihrem Volke aufrecht. Wie alle Juden beobachteten ſie das moſaiſche Geſetz, feierten die Sabbathe und Neumonde, beſuchten regelmäßig den Tempel und unterſtützten bei der Ausübung der Mild⸗ thätigkeit auch jüdiſche Arme. Zugleich aber verkündigten ſie um ſo freudiger allem Volke, daß Jeſus Chriſtus der verheißene Meſſias und der alleinige Heiland ſei(A. G. 4, 12), und daß ein Jeder durch Buße, Glauben und Taufe die Gnade Chriſti erlangen könne und ſolle(A. G. 2, 38— 39).
2) Von dem neuen Leben, das ihnen innewohnte, gab ihr Verhalten gegeneinander deut⸗ liches Zeugniß. Sie übten die Liebe, die nicht das Ihre ſuchte. Die Wohlhabenden verkauften ihre Guͤter zum Beſten der Armen. Als die Apoſtel die Armenpflege nicht mehr ohne Vernach⸗ läſſigung der Predigt ausrichten konnten, ließen ſie die Gemeinde ſieben Diakonen oder Almoſen⸗ pfleger wählen, welche für die Armen, Kranken, Wittwen und Waiſen täglich zu ſorgen hatten. Wahrſcheinlich wurde die ganze Gemeinde zu dieſem Zweck wie zu dem der Abendmahlsfeier in ſieben kleinere Diſtriktsgemeinden getheilt. Dieſe letzteren kamen dann täglich, beſonders aber am Tage des Herrn, d. h. am Auferſtehungstag Jeſu, unſerm Sonntag, gegen Abend in Privathäuſern zuſammen(Joh. 20, 1. 1 Cor. 16, 2); die Apoſtel lehrten das Wort Gottes; die Gemeinde ſang
Pſalmen und kurze Lobpreiſungen Chriſti; es wurde für die Gläubigen, für die Könige und alle Obrigkeit und für alle Menſchen gebetet, zuletzt das heilige Abendmahl gefeiert. Zu dieſem heiligen Dienſt brachten die Reichen das Brod und den Wein mit und legten es dem Herrn als ein Dank⸗ opfer auf Seinem Tiſche nieder; deßhalb Euchariſtie, Mahl der Dankbarkeit; ſie brachten es als Liebesbeweis gegen die Armen; deßhalb Agape, Liebesmahl; die Apoſtel brachen das Brod nach Chriſti Anordnung; deßhalb Brodbrechen.
3) Auf die Bewohner Jeruſalems machte dies Gemeindeleben der Chriſten einen tiefen Ein⸗ druck. Die mächtigen Zeugniſſe der Apoſtel von Chriſto, die Wunder, welche an Kranken geſchahen, die innige Liebe der Chriſten unter einander, der fröhliche Glaube der ganzen Gemeinde, Alles vereinigte ſich, um die Herzen des Volkes für die Chriſten und für ihren Glauben zu gewinnen. Selbſt der hohe Rath, auf deſſen Betrieb doch der Herr gekreuzigt war, wagte nicht ernſtlich gegen ſie aufzutreten(A. G. 4, 13— 23); man bedrohte und geißelte wohl einmal Petrus und die übrigen Apoſtel(A. G. 5, 40), allein im Uebrigen ließ man ſie gewähren. Die Gemeinde wuchs daher zuſehends; noch vor dem Jahr 37 zählte ſie 5000 Männer, darunter viele Prieſter, ſo daß die Geſammtzahl der Chriſten 12000— 15000 betrug, der dritte oder vierte Theil aller Einwohner Jeruſalems. Faſt ſchien es, als würde Jsrael im Großen den Herrn Jeſus als ſeinen Erlöſer annehmen, wie die Apoſtel hofften..
4) Der erſte Sturm, der dieſe Hoffnung zu vernichten drohte, brach im Jahre 37 über die Gemeinde herein. Der Almoſenpfleger Stephanus, ein glaubens⸗ und geiſtes⸗kräftiger Mann, hatte in verſchiedenen Disputationen den Juden aus dem alten Teſtament bewieſen, daß Jeſus von Nazareth der verheißene Erlöſer ſei, und daß man nicht durchs Geſetz, ſondern nur durch den Glauben an Ihn vor Gott gerecht werden könne(A. G. 6; 7; 8). Er wurde tumultuariſch vom hohen Rath verurtheilt und geſteinigt. Bei dieſem Anlaß erregte der fromme, aber verblendete junge Schriftgelehrte und Phariſäer Saulus von Tarſen mit Zuſtimmung und Unterſtützung des hohen Raths eine heftige Verfolgung gegen die Chriſten, um ſie als Feinde Gottes und des Geſetzes womöglich zu vertilgen(A. G. 8, 3. 9, 1. Vergl.§. 6). Nur die Apoſtel blieben in Jeruſalem, die ganze übrige Gemeinde zerſtreute ſich in Paläſtina und Syrien; viele einzelne,
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