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1 (1878)
Entstehung
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Zweiter Abſchnitt.

Die Gründung der Kirche durch Jeſum Chriſtum und die Zeit der Apoſtel(1100 n. Chr.)

§. 3. Jeſus Chriſtus, der Gründer der Kirche.

¹) Als das Verlangen nach göttlicher Hülfe bei Juden und Heiden am größten war (Gal. 4, 4), wurde der verheißene und erſehnte Erlüſer zu Bethlehem bei Jeruſalem geboren (1 M. 3, 15. Mich. 5, 1. Luk. 2, 29 32). Zur Einführung eines neuen Lebens in die Menſch⸗ heit waren Gottheit und Menſchheit in Ihm verbunden. Einerſeits war er ein wahrhaftiger Menſch(Ebr. 2, 14 15. Luk. 2, 52), der Verheißung gemäß aus Abrahams und Davids Haus, der Jungfrau Maria Sohn(Jeſ. 7, 14. Luk. 1, 27), doch ohne Sünde und Schuld, in ſeiner innern Entwickelung volkommen ungetrübt(Hebr. 7, 26. Joh. 8, 46), voll heiliger Liebe gegen Gott und Menſchen(Joh. 4, 34., 17, 1924), in ſeliger Heiterkeit, Freude und Ruhe(Math. 8, 26 27). Andererſeits war Er Gottes Sohn voller Gnade und Wahrheit(Matth. 16, 16. Joh. 1, 14), von der Fülle der Gottheit durchdrungen(Col. 2, 9. Matth. 28, 18), das Ebenbild des unſichtbaren Gottes und der Abglanz Seiner Herrlichkeit(Hebr. 1, 3. Col. 1, 15), des Vaters ewiges Wort in Schöpfung und Erlöſung(Joh. 1, 4 3. 1, 14), in ſeinem Weſen, Denken, Fühlen, Wollen und Thun Eins mit dem Vater(Matth. 11, 27. Joh. 10, 30. 14, 9 10), in Sich Selbſt ewig lebendig und für die Menſchheit Lebensquell(Joh. 11, 2425. 14, 6. 4

2) Die in Ihm ruhenden göttlichen Kräfte wurden durch die Mittheilung des heiligen Geiſtes bei Seiner Taufe im Jordan zur Vollendung des Erlöſungswerks erweckt(Matth. 3, 16. Joh. 1, 32. Röm. 1, 4). Seitdem trat Er dem Volke Israel, dem bisherigen Träger der gött⸗ lichen Offenbarung, durch Erweiſungen göttlicher Wahrheit, Liebe und Macht als Erlöͤſer der Welt gegenüber, um daſſelbe nicht nur ſelbſt zu gewinnen und ſelig zu machen, ſonderm um es auch zu Seinem Boten an die Heidenvölker zu erheben(Matth. 10, 5 6. 15, 24. Joh. 4, 22. 10, 16. Matth. 28, 19. A. G. 1. 8. 2, 39). Weil er jedoch die fleiſchlichen Meſſiashoffnungen Jsraels nicht erfüllte, ſondern ein geiſtiges Gottesreich brachte, in welches der Menſch durch Buße, Glauben, und Taufe eingehen muß(Matth. 4, 17. Joh. 3, 3. Marc. 16, 16. Vgl.§. 1. 45), ſo ließ ſich der größte Theil des Volkes trotz der Predigt Johannes des Täufers und trotz aller Liebe und Wundermacht des Herrn von den Sadducäern und Phariſäern beſtimmen, Ihn zu verwerfen und durch Pilatus zu kreuzigen. Nur 500 600 gläubige Seeleu ſchloſſen ſich Ihm während Seiner dreijährigen Wirkſamkeit mit voller Hingebung an und unter dieſen wieder zwölf beſonders von Ihm berufene Jünger, welchen Er in vertrautem Umgang Seine gottmenſchliche Herrlichkeit mehr als allen andern offenbarte, damit ſie hernach zur Ausbreitung und Leitung Seiner Kirche fähig wären.(Matth. 10, 1. Joh. 15, 16)..

3) Aus der Fülle Seines gottmenſchlichen Lebens heraus vollbrachte der Herr durch Seinen vollkommenen Gehorſam gegen Gottes Gebote(Phil. 2, 5 10. Hebr. 7, 26. 9, 14), durch Seinen Sünden tilgenden Tod(Joh. 1, 29. 1 Petr. 1, 18 19), und durch Seine Leben bringende Auferſtehung(2 Tim. 1, 10) das übernommene Erlöſungswerk, durch welches der ganzen Menſch⸗ heit ein neues und ewiges Leben in Gerechtigkeit, Friede und Freude mitgetheilt werden ſoll. Zur Trägerin dieſes neuen, erlöſenden Lebens aber machte Er Seine Kirche und Gemeinde, indem Er ihr, zunächſt in der Perſon der zwölf Apoſtel, die Gnadenmittel des Wortes, der Taufe und des Abendmahls zur Spendang an die Menſchheit für alle Zeiten übertrug(Matth. 16, 18. 28, 19 20. A. G. 1, 8. 1 Cor. 11, 26 u. ſ. w.) und ihr Seinen mächtigen Schutz in allen Kämpfen und Bedrängniſſen zuſagte(Matth. 5, 1112. 28, 20. Joh. 16, 20 22 u. 33). Mit den übergebenen Gnadenmitteln ſollte die Kirche die Unbußfertigen erwecken, die Bußfertigen tröſten, die Schwachgläubigen ſtärken, die mit dem Zweifel Kämpfenden zur Wahrheit und Zuverſicht führen, die vor dem Tode Zitternden mit der Gewißheit des ewigen Lebens erfüllen, die unter der Macht der Sünde Seufzenden zur Freiheit eines dankbaren Gehorſams gegen Gott erheben, über⸗ haupt das ganze Leben der Menſchheit durch den Geiſt der Kindſchaft und des Gehorſams innerlich erneuern und verklären(Matth. 5, 1314, 13, 33. 2 Cor. 5, 17).