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2 (1901) Die Familien der ehemaligen unmittelbaren Reichsritterschaft in Schwaben, Franken und am Rhein / Edward Stendell
Entstehung
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den Grafen von Hanau in vielfachen Verbindungen stand sie waren Burgmannen zu Hanau; Friedrich v. D., Amtmann zu Hanau, war 1514 Vormund Philipps II. v. Hanau, bis zu ihrem Erlöschen i. J. 1701. Auch gehorten sie zu der zahlreichen Burgmannschaft der Reichsburg Gelnhausen. Drei Mitglieder der Familie unterzeichneten den Mittel- rheinisch-Wetterauischen Ritterverein vom Jahre 1522. Mit ihren Stammgütern steuerten sie zu M-R. Im Mittelalter kommt die Familie auch südlich vom Main vor, scheint aber von ihrem dortigen Besitz(bei Dieburg) nichts ins 16. Jh. gerettet zu haben. Dagegen ge- hörten sie zu den Brucker Herren der Herrschaft Dagstuhl auf dem linken Rheinufer(als Erben der v. Diez bis 1617). Landau, Beschr. d. Kurf. Hessen 592; Wetteravia I, 1, 217; Arnd, Hanau, 246; 476; Rhein. Antiqu. III, 10 668; Mader, Magaz. I, 454 f.; von Briesen, Kreis Merzig 279; 295.

von Draxdorf(Traxdorft). Johann Christoph v. Dr., aus einer meissnischen Adels- familie, kam gegen Ende des 16. Jhs. mit dem Markgrafen Georg v. Brandenburg, Administrator des Hochstifts Strassburg, nach dem Elsass und erwarb, wie es scheint, durch seine Hei- raten reichsunmittelbare Güter, mit denen er und seine Nachkommen zu E. steuerten. Ende des 17. Jhs. verschwindet die Familie aus diesen Gegenden. Schoôpflin, Alsat. ill. II, 641; Strobel, Vaterländ. Gesch. des Elsasses IV, 486; Kindler v. Knobloch, Genealog. Miscellen (in Vierteljahrsschr. f. Herald. XX), 290. Ob die Familie mit der gleichnamigen im Nassauischen u. s. w.(M-R.?) im 16. Jh. begüterten Familie zusammenfällt, deren Güter um die Mitte des 16. Jhs. an die v. Reifenberg und Diede(s. d.) übergingen, vermag ich nicht zu entscheiden. Vogel, hist. Topogr. v. Nassau 153; Landau, Beschr. d. Gaues Wetter- eiba 51(wo 1557, nicht 1357 zu lesen ist). Eine Familie von Drachsdorf findet sich im 18. Jh. im Gebiet der fränkischen Reichsritterschaft angesessen. Bei B.(nicht bei R.) hatten sie kurze Zeit Stöckach inne, veräusserten es aber wieder an die v. Hutten. Zum Kanton R. gehôrte das Rittergut Adelsberg bei Wernfeld am Main, das 1753 an sie kam, und Schwickershausen im Meiningenschen, das der würzburgische General v. Dr. um 1770 erwarb. Die mir zugänglichen Mitgliederverzeichnisse von R. thun der Familie keine Er- wähnung. Lehnes, Gesch. d. Baunachgrundes(im Archiv d. hist. Vereins v. Unterfranken u. Aschaffenburg VII, 1) 122; Eisenmann u. Hohn, topo-geogr.-statist. Lex. v. Kgr. Bayern I, 9; Brückner, Landesk. d. Hzts. Meiningen II, 185.

Drechsel von Deufstetten, eine Patrizierfamilie der Reichsstadt Dinkelsbühl, die seit 1545 im Besitz des in der Nähe gelegenen Dorfes Unter-Deufstetten erscheint. Dieser Besitz verwickelte die Familie, die wegen ihrer Verdienste auf juristischem Gebiet 1556 und 1579 Adelsdiplome erhielt, in Streitigkeiten mit dem benachbarten Adel, die sie ver- anlassten, 1655 dem Kanton K. beizutreten. Schon 1504 verkauften sie indessen Unter- Deufstetten. Sie blühen noch jetzt im Königreich Bayern als Grafen und Freiherrn in mehreren Linien. Beschr. d. O. a. Crailsheim 473; Historisch-herald Handbuch. z. geneal. Taschenbuch d. gräfl. Häuser 178 ff.; Mader, Magazin XII, 475.

von Drot(Dratt). Der Ritter Hans v. Dr., einer der tüchtigsten Kriegsführer des Kurfürsten Friedrich des Siegreichen von der Pfalz, erhielt 1480 von seinem dankbaren Fürsten die Burgen Berwartstein und Greventan mit Zubehör, in der Rheinpfalz zwischen Dahn und Weissenburg gelegen, zu Lehen; er vermehrte diesen Besitz noch durch das