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2 (1901) Die Familien der ehemaligen unmittelbaren Reichsritterschaft in Schwaben, Franken und am Rhein / Edward Stendell
Entstehung
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Hälfte des Rittergutes Alfdorf bei Welzheim, womit 1618 1630 Kaspar D. v. Lindach von Württemberg belehnt war. Später verschwindet die Familie aus diesen Gegenden. Biedermann, Geschlechtsreg. des Kantons Rhön-Werra; Mader, reichsrittersch. Magazin IX, 576 608; Brückner, Landesk. d. Hzts. Meiningen II, 137 ff.; 183; Beschr. d. O. a. Gmünd 375 ff.; Württ. Vierteljahrsh. f. Landesgesch. VII(1884), 16; Beschr. d. O. a. Welzheim 147: Mader, Magazin XII, 476; Maders Sammlung XII, 181 200; XXV, 146 151.

v. Dienheim. Die Heimat dieser Familie ist das Dorf Dienheim bei Oppenheim in Rhein-Hessen, wo sie als fuldische Lehnsträger schon im 13. Ih. Güter besassen, während sie mit der Vogtei von den Herrn v. Daun belehnt waren. Der Ort war später kurpfälzisch; dafür hatten die v. D. in der Nähe Rudelsheim, Friesenheim, Hahnheim, Güter zu Ober- und Niedersaulheim und Wendelsheim erworben und gehörten zu den Ganerben von Schornsheim und Mommernheim; alle diese Besitzungen gehörten ihnen bis zur französi- schen Revolution; anderes(Schloss Dalheim, die Schwabsburg, Güter zu Oppenheim und Nierstein) war damals schon abgekommen. Sie steuerten damit zum Kanton O-R.; Philipp Adam Freiherr v. D. war 1729 Kitterrat dieses Kantons. Die Familie, die zu den Erz- stiftern Mainz(in der Stadt Mainz besassen die v. D. einen Familienhof) und Trier, dem Hochstifte Speyer(Eberhard v. D. war 1581 1610 Bischof v. Sp.) u. a. in Beziehungen stand, verbreitete sich infolge dieser Verbindungen auch in die rechtsrheinischen Gegenden. In der Wetterau besass seit 1570 Albrecht v. D. einen Teil der Herrschaft Alten-Weilnau von Nassau-Dillenburg als Pfand, das 1613 gelöst wurde. Auch südlich des Mains erscheint das Geschlecht: so schon 1317 mit Gütern zu Erfelden; später hatten sie Anteil am Kammerhof. Diese Orte lagen in der Nähe ihres Stammsitzes, von diesem nur durch den Rhein getrennt. Endlich hatten sie 1578 1689 unbedeutenden Besitz in Ailringen bei Künzelsau. In den Mitglieder-Verzeichnissen der Kantone M-R. und Od., in deren Um- kreis diese Besitzungen lagen, werden sie nicht aufgeführt. Baur, hess. Urk. II, 420; Wagner, Beschr. v. Hessen I, 67; 121; II, 20; Ewald, hist. Ubers. d. Territor.-Veränder. d. Ghzts. Hessen 19; Archiv f. hess. Gesch. u. Alterthumsk., hrggb. v. Steiner, II, 65; 74 Anm.; 127; Maders Samml. VII, 435 459; 644 f.; Lehmann, urk. Gesch. d. Burgen d. bayr. Pf. II, 300; Simon, Annalen d. Verw. d. 1. Rheinufers I, 2, 689; Wegele, Beitr. 2. Spezialgesch. d Rheinlande II. 26; Stocker, d. Amtsbez. Bruchsal 14; Vogel, hist. Topogr. v. Nassau 278; Beschr. d. O. a. Künzelsau 329.

von Diez gehôrten nebst den Specht v. Diez, von denen sie vermatlich entsprossen sind, zu der zahlreichen Burgmannschaft der nassauischen Stadt Diez an der Lahn. In der Umgegend war die Familie vielfach begütert; namentlich besassen sie die Burg Ardeck an der Ahr, südlich von Diez, mit ansehnlichen Gütern. Auch auf den anderen Lahn- burgen(Limburg, Hadamar u. a.) hatten sie Burgmannsgüter und Gerechtsame. In der Grafschaft Diez bekleideten sie das Amt von Erbmarschällen, das nach dem Aussterben einer Linie der Familie im 17. Jh. an die Kôth von Wanscheid überging. Die v. D. er- loschen erst 1727 mit dem Freiherrn Lucas Alberic v. D. Mit ihrem Besitz steuerten sie zu M-R.(Sonderort Einrich). Auf dem linken Rheinufer gehörten sie 15501502 zu den Brucker Herren, denen die Herrschaft Dagstuhl zustand; um dieselbe Zeit besassen sie

als trierisches Lehen die Burg Weiskirchen. Vogel, hist. Topogr. v. Nassau 199; 201; 3*