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2 (1901) Die Familien der ehemaligen unmittelbaren Reichsritterschaft in Schwaben, Franken und am Rhein / Edward Stendell
Entstehung
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gutes Essingen; in Dürnau und Essingen gehörte ihnen der Blutbann als Reichs- lehen. Gross-Eislingen wurde noch 1776 und Rechberghausen 1789 erworben. (Fälschlich verlegt Moser, Beiträge zu reichsrittersch. Sachen 4, 671, Dürnau und Gamels- hausen, welches dazu gehört, in den Kanton D.) Christoph v. D. willigte 1560 nebst andern Mitgliedern des Kantons Ko. in die schwäbische Ritterordnung; Karl v. D., Ritter- rat, vertrat 1575 diesen Kanton auf dem Korrespondenztag zu Schwäbisch-Gmünd; auch später begegnen wiederholt Mitglieder der Familie in hohen Chargen bei Ko. Im benach- barten Kanton N. gehörte ihnen nur vorübergehend(bis 1542) Unterboihingen bei Nürtingen. Dagegen hatte seit dem 16. Jh. die ältere Linie bei Kr. Besitz erlangt: Neuhaus, Ehrstatt, Stebbach, Wagenbach u. a.; schon 1609 erscheint Hans Christoph als Mitglied des grossen Ausschusses bei diesem Kanton; u. s. w. Noch umfangreicher waren die Erwerbungen der jüngeren(gräflichen) Linie: bei Od. Grosseicholsheim(kurpfälzisches Lehen); ferner die bedeutende Herrschaft Rothenberg, mit der 1704 nach dem Erlöschen der Grafen v. Cron- berg(s. d.) der Freih. Maximilian v. D. vom Kaiser belehnt wurde; 1797 wurde Rothen- berg an die Grafen v. Erbach veräussert; bei R. wurde Ramholz und Vollmerz durch Heirat mit einer v. Landas erworben; endlich in den drei rheinischen Kantonen das be- deutende schombergische Erbe(s. o.): bei O-R. Altorf, Gommersheim, Freisbach u. a. bei Edenkoben; bei M-R. Güter zu Geisenheim und sonst in dem Amte Rüdesheim; bei N-R. Waldalgesheim(⁰G) und Waldlaubersheim(1783 an Nassau-Weilburg verkauft). Beschr. d. O. a. Gmünd 313 ff; v. Stramberg, Rhein. Antiqu. II, 7, 592 617; Württ. Vierteljahrs- hefte für Landesgesch. VII,(1884,) 112 f.; Jahrb. X der K. K. herald. Gesellsch. Adler (1883) 7; Beschr. d. O. a. Geisslingen(Eybach); Beschr. d. O. a. Göppingen(Dürnau, Gross-Eislingen etc.); Beschr. d. O. a. Nürtingen(Unterboihingen); Mader, Magazin III, 76; 151; Moser, Beytr. Z. r. r. sch. Sachen 1, 49; Stocker, Nachr., wie das Craichgauische Ritterdirektorium besetzt gewesen ist, in Zeitschr. d. h. Vereins f. das württ. Franken X, 116 f.; Wagner, Beschr. v. Hessen I, 207; Simon, Gesch. d. Grafen z. Erbach 250; Landau, Beschr. des Kurf. Hessen 628; Kolb, stat.-top. Schilderung v. Rheinbayern II, 67; Maders Sammlung VII, 386 435; XXIV, 641 f.; v. d. Nahmer, Entwicklung u. s. w. 590 Anm.; 647; Rhein. Antiqu. II, 10, 645; Simon, Annalen d. Verwalt. I, 2, 448; 622.

von Degernau, s. von Tegernau.

von Dermbach(Dernbach), eine fränkische Familie, die jedenfalls Namen und Ur- sprung von dem Marktflecken D. im eisenachschen Oberlande an der Felda herleitete und ihrem Besitz nach zu R. gehôrte. Zunächst trat sie wenig hervor; nur selten begegnen Mitglieder der Familie in reichsritterschaftlichen Urkunden, wie 1660 bei Mader(Magazin VIII, 415). Sie war damals in und um Geisa und Brückenau begütert. In der fuldischen Kirchengeschichte spielte Balthasar v. D., genannt Graul, 15701606 Fürstabt, eine wichtige Rolle; unter den schwierigsten Verhältnissen und erbittertsten Kämpfen mit der buchischen Ritterschaft setzte er die Gegenreformation durch. Ein anderer Kirchenfürst aus dieser Famnilie, Peter Philipp, Fürstbischof von Bamberg und Würzburg(f† 1683), scheint mehr für seine Familie gesorgt zu haben. Er wandte den grössten Teil des Erbes der er- loschenen Echter v. Mespelbrunn(s. d.) seiner F. amilie zu; und es war gewiss nicht zufällig, dass die v. D. damals die Herrschaft Wiesentheid am Steigerwald erwarben, mit der