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2 (1901) Die Familien der ehemaligen unmittelbaren Reichsritterschaft in Schwaben, Franken und am Rhein / Edward Stendell
Entstehung
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Wetterau und deren Nachbarschaft, wie Rheinberg, Stockheim, Reifenberg u. a.; auf der Burg Friedberg gebot Johann Eberhard von 1577 bis 1617 als Burggraf. UÜberhaupt waren sie in hervorragender Weise an allen Unternehmungen beteiligt, die zur festeren Organisation der Reichsritterschaft führten: so in dem Mittelrheinisch-Wetterauischen Ritterverein vom Jahre 1522; auf den Korrespondenztagen 1577 zu Mergentheim und 1580 zu Speyer; später treten sie auffallend zurück. Ein anderer Hartmuth, der Vetter des be- rühmten Franz v. Sickingen, beteiligte sich an den Fehden seines Verwandten und ward in seinen Sturz mitverwickelt(1522 1541 war die Herrschaft Kronberg in hessischem Besitz), schloss sich aber anderseits mit Begeisterung der neuen Lehre Luthers an und führte sie in seine Herrschaft ein. Durch seine Heirat mit Anna v. Cr., der Schwester des Deutschordensmeisters Walter vom Flügelstamm, vereinigte er die beiden seit dem 13. Jh. bestehenden Stämme des Geschlechts wieder. Während der Flügelstamm mit dem oben genannten Burggrafen von Friedberg 1617 verdorrte, verzweigte sich der Kronenstamm weiter: eine katholische Nebenlinie bildete sich an dem lutherischen Hauptstamm. Zu dem Emporkommen dieser Nebenlinie trug nicht wenig der Umstand bei, dass Johann Schweickard v. Cr. 1604 1626 Kurfürst von Mainz war: er erwarb bedeutende Güter in Böhmen, empfing für seine Familie die Belehnung mit den Reichslehen der dem Aussterben entgegeneilenden Familie v. Hirschhorn und betrieb die Verleihung des Reichsgrafenstandes an seinen Neffen Adam Philipp. Die katholische Linie, die sich meistens in Wien auf- hielt, verblühte schon 1692; die lutherische erlosch 1704 mit Johann Nicolaus. Der Besitz der Familie war weit verzweigt. Philipp v. Cr., der pfälzische Marschall, kaufte 1505 die Sauerburg(bei Caub) mit Zubehör von dem Kurfürsten Philipp; dieser schöne Besitz gedieh schon 1617 durch eine Erbtochter an die Brémser von Rüdesheim. Als Er- satz dafür war schon 1600 das Erbe der v. Mudersbach auf dem Westerwald und dem Einrich der Familie zugefallen; dazu gehörte die Burg Holenfels, auf der der letzte Cr. seine Tage beschloss. Mit diesen Besitzungen gehôörte die Familie zu M-R. Frühzeitig gelangte sie auch zu Besitz im Bereiche des Kantons Od.: ging auch manches infolge der unglücklichen Tannenberger Fehde vom Jahre 1390 verloren; der Verlust wurde ausge- glichen. Die hirschhornischen Lehen(s. o.) kamen 1632 an die v. Cr.: dazu gehörte die bedeutende Herrschaft Rothenberg, in deren Besitz die katholische Linie sehr bald die lutherischen Vettern einsetzte. Bei Od. gehörte auch der Hof Wasserbiblos den v. Cr., der schon 1629 an Hessen heimfiel. Auch jenseits des Rheins fasste die Familie schon früh- zeitig festen Fuss: ausser Burg Jben und Fürfeld(im heutigen Rheinhessen) erwarben sie die Herrschaft Altenbaumberg im Alsenzthale(in der bayrischen Pfalz), mit der 1501 der schon genannte pfälzische Marschall Philipp von seinem Kurfürsten belehnt wurde: die lutherische Linie besass dieses zu O-R. steuerbare Gut bis zu ihrem Erlöschen und vererbte es als Kunkellehen auf die v. Waldecker. Noch beträchtlicher war der Besitz, den die v. Cr. im Sonderort O. erwarben: zunächst durch eine Erbtochter der 1538 ausgestorbenen Familie v. Bach einen Anteil an deren bedeutendem Erbe(z. B. Hofweiler, Niederschopf- heim, Schutterwald u. a.). Dieser Besitz scheint sich rasch gemehrt zu haben und war wohl die Ursache, dass dieser wieder katholisch gewordene Zweig des Geschlechts, der im

Gegensatz zu dem lutherischen im Anschluss an den Kaiser und das Erzstift Mainz Ein- 2