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2 (1901) Die Familien der ehemaligen unmittelbaren Reichsritterschaft in Schwaben, Franken und am Rhein / Edward Stendell
Entstehung
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dieselbe Stelle bei A., Hans Sigmund(Ende des 16. Jhs.) und Hans Friedrich(1602) ebenso bei S. Beschr. d. O. a. Crailsheim 238 245; 466; Beschr. d. O. a. Künzelsau 430 ff.; Fromm in Zeitschr. f. d. württ. Franken 1848, 53 ff.; Bossert, Regesten fränk. Adelsgeschl., ebd. 10(1875), 7 17; Beschr. d. O. a. Gerabronn(unter Morstein, Hornberg u. a.); Jäck, Material. z. Gesch. u. Stat. Bambergs II, 135; III, 182; Lang, neuere Gesch. d. Fürst. Bai- reuth III, 12; Mader, Magazin VI, 616; Moser, verm. Nachr. v. r. r. sch. Sachen 4, 567 f.

Cratz von Scharfenstein, dasjenige von den Burgmannengeschlechtern der mainzi- schen Burg Scharfenstein bei Kiedrich im Rheingau, das bis in die neuere Zeit geblüht hat. Die Burg Sch. besassen sie später als mainzisches Lehen und steuerten damit zu M-R; zu dem Erzstifte Mainz standen sie überhaupt in nahen Beziehungen, ebenso zu dem Stifte Worms, dem im 17. Jh. zwei Mitglieder des Geschlechts als Fürstbischöfe vorstanden. So kam es, dass sie auch jenseits des Rheins Güter erwarben; z. B. waren sie wormsische Lehensträger zu Eppelsheim in Rheinhessen, weshalb sie vielleicht auch zu O-R. zu zählen sind. Sicher gehörten sie dagegen dem Kanton N-R. an: sie besassen Güter in Cröv(im Crver Reich, Kr. Wittlich), zu Ellenz, Valwig, Longuich u. s w. an der Mosel, in und um Sobernheim(an der Nahe) u. a. Endlich wurden sie vom Stift Worms mit dem durch das Aussterben der von Ehrenberg heimgefallenen Rittergut Bargen(Kanton Kr.) belehnt. Johann Philipp, der Bruder des Bischofs Hugo Eberhard v. Worms, machte sich im 30- jährigen Kriege als Heerführer und durch seinen vielgewundenen Lebenslauf bekannt, er- warb bedeutende Güter in Böhmen und wurde in den Reichsgrafenstand erhoben. Mit seinem Enkel erlosch die Familie 1721; die rheingauischen Güter und die an der Mosel wurden an die Grafen von Solms-Rödelheim vererbt; die Besitzungen an der Nahe ge- langten an die v. Schellart; anderes, wie Bargen, fiel an die Lehenshöfe heim. Bodman, Rheingau. Altertümer; Vogel, histor. Topogr. von Nassau 41; v. Fichard, Wetteravia I 1, 82 f.; Bärsch, Städte und Ortsch. d. Eifel III 2, 2, 29; ders., der Moselstrom von Metz bis Coblenz 224; 412 f.; 443; v. Stramberg, Rhein. Antiquar. II, 3, 771; II, 18, 26 34; Widder, Beschr. d. Pfalz I, 434; IV, 112; 118; Kolb, hist.-stat.-topogr. Lex. v. Baden I, 101. 1

von Cronberg(Cronenberg), wohl das angesehenste und merkwürdigste Reichs- ministerialiengeschlecht des Mittelrheins, das ursprünglich sich von Eschborn nannte(1100). im 13. Jh. aber den Namen von dem nahen Kronberg annahm, das es als Reichslehen be- sass. Der Reichtum der Familie an Geld und Gut(zahlreich waren die Pfandschaften in den Händen der v. Cr.) und die unermüdliche Regsamkeit machten sie einerseits zur Vor- kämpferin für die Rechte ihrer Stammesgenossen, andererseits näherten sie dieselbe den Dynasten der Nachbarschaft(des Frank v. Cr. Tochter z. B. heiratete im 15. Jh. den Grafen Johann v. Solms), so dass sie gewissermassen das Mittelglied zwischen den Dynasten und dem niederen Adel bildete. Unter den Ganerben, die 1382 den Burgfrieden zu Tannenberg(in der hessischen Provinz Starkenburg) schliessen, begegnet in der Urkunde nach den Dynasten als erster Johann v. Cr.; in der Fehde, die 1300 die Ganerben dieser Burg mit den vier rheinischen Kurfürsten und vielen anderen Fürsten und Herren zu be- stehen hatten, leitete Hartmuth v. Cr. den hartnäckigen Widerstand, der mit der völligen Zerstörung der Burg endete. Ebenso waren die v. Cr. Ganerben der grossen Burgen der