Druckschrift 
1 (1899)
Entstehung
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züchtigt er. Was(subst. Relativpr.) man entbehrt,(das) wünscht man. Hannibal blieb stets eingedenk, dass er ewige Feindschaft gegen die Römer geschworen hatte. Traue, wem du trauen willst; oder: traue dem, dem man trauen darf. Erinnere dich, Knabe, stets daran, dass du diesen Eid geschworen hast.

Anmerkung zu den Subjekt- und Objektsätzen.

Direkte und indirekte Rede: Wenn wir sagen: Die Boten meldeten:Darius wird be- drängt so geben wir die Meldung der Boten mit deren eignen Worten, in der Form und in dem Wortlaut, wie sie erfolgte, oder in direkter Rede wieder. Sagen wir dagegen: Die Boten meldeten, dass Darius von den Scythen bedrängt wurde, so geben wir die Meldung der Boten nicht der Form und dem Wortlaut nach, sondern nur dem Sinn und Inhalt nach wieder. Dasselbe ist der Fall, wenn wir sagen: Die Boten meldeten, Darius werde von den Scythen bedrängt.(Beachte die Stellung des konjug. Verbums; sie entspricht der des konjug. Verbs in dem Hauptsatz Darius wird u. s. w. ¹1). Man nennt diese beiden Ausdrucksweisen indirekte Rede.

Die direkte Rede besteht aus einem oder mehreren indikativischen Hauptsätzen mit den zugehörigen Nebensätzen. Diese Hauptsätze bilden das Subjekt oder Objekt eines Verbums des Sagens oder Meinens. Die indirekte Rede erfolgt in Dass-Sätzen oder in Hauptsätzen, die aber notwendiger Weise im Konjunktiv stehen; auch diese Dass-Sätze oder konj. Haupt- sätze bilden das Subj. oder Obj. eines Verbums des Sagens oder Meinens.

Interpunktionsregel: Vor der direkten Rede steht ein Doppelpunkt, ausserdem zu Beginn und am Ende derselben das Anführungszeichen. Die direkte Rede selbst beginnt mit grossem Anfangsbuchstaben. Eingeschaltete Sätze wiesprach jener werden in Kommata eingeschlossen; vor einem solchen eingeschalteten Satz können die Anführungszeichen ge- schlossen und nach ihm wieder eröffnet werden. Die indirekte Rede wird durch Kommata von ihrem regierenden Satze getrennt; besteht sie aus mehreren konjunktivischen Haupt- sätzen, so gelten für diese die Interpunktionsregeln für die Satzreihe(siehe S. 32/33).

5. Adverbialsätze. So heissen diejenigen Sätze, welche Adverbialia des Hauptsatzes vertreten. Entsprechend diesen zerfallen die Adverbialsätze in Adverbialsätze des Ortes, der Zeit, der Art und Weise und des Grundes.

a) Die Adverbialsätze des Ortes, auch Lokalsätze genannt, stehen auf die Frage wo? wohin? woher? Diesen Fragen entsprechend fangen die Lokalsätze mit den Relativadverbien wo, wohin, woher, an, z. B.: Wo man singt,(da) lass dich ruhig nieder. Vom Hauptsatze aus fragt man nach dem Lokalsatz mit der Frage: Wo sollst du dich niederlassen? Wohin dir niemand folgt,(dahin) begleitet dich ein treuer Freund. Die Feinde kommen von dorther, von woher sie schon öfter Einfälle gewagt hatten. Zu merken ist, dass nicht alle Neben- sätze, die mit wo, wohin, und woher beginnen, lokale Umstandsnebensätze sind; nur dann sind sie dahin zu rechnen, wenn sie auf die genannten Fragen stehen und vor diesen Neben- sätzen das entsprechende Demonstrativadverbium steht oder ergänzt werden kann. Hannibal liess ausforschen, wohin die Feinde ihren Weg genommen hatten. Wen oder was liess Hannibal ausforschen? also Objektsatz. Wo Themistokles begraben liegt, ist unbekannt. Wer oder was ist unbekannt? also Subjektsatz. Den Ort, wo die Zusammenkunft der Feldherrn erfolgte, kennen wir nicht. Was für einen Ort kennen wir nicht? also Attributsatz

b) Die Adverbialsätze der Zeit, auch temporale Umstandsnebensätze?) genannt, stehen auf die Frage: wann?= zu welcher Zeit? oder: wie lange? oder: wie lange Zeit? Sie sind

2 1) Vgl. II. Teil dieses Programmes S. 11. ²) Das Verhältnis der Handl. des Nebensatzes zu der des Hauptsatzes gehört meines Erachtens nach III; vgl. II. Teil des Programmes S. 13.