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Unter dem Konsulate...., also Adverbialsatz und zwar der Zeit. Das wichtige Ergebnis ist: Der Nebensatz vertritt einen Satzteil des Hauptsatzes; deshalb lässt sich auch häufig der Nebensatz in den Satzteil verwandeln, den er vertritt. Es gibt also fünf Arten von Neben- sätzen: Subjektsätze, Prädikatsätze, Objektsätze, Attributsätze und Adverbialsätze. Diese sind nun einzeln zu betrachten.
1. Die Subjektsätze. Nach dem Subj. wird von dem Verbum des Hauptsatzes aus mit der Frage: wer oder was? gefragt. Der Subjektsatz gibt dann das Subjekt in Form eines Nebensatzes an. Er beginnt: 1) mit dem substantivischen Relativpronom wer, was. Wer nicht hören will, muss fühlen. Was Hannibal gross macht, ist seine unerschütterliche Vater- landsliebe. 2) mit den Konjunktionen dass und wenn. Es wird überliefert, dass Hannibal und Scipio in demselben Jahre gestorben sind. Es ist gut, wenn man im Glücke bescheiden ist. 3) mit Interrogativpronomina und-adverbia. Da sich diese von den entsprechenden Relativpronomina und-adverbia häufig äusserlich nicht unterscheiden und die indirekten Frage- sätze in ihrem ganzen Umfang dem Quartaner nicht verständlich sind, empfiehlt es sich, bei solchen Nebensätzen zu bleiben, die von Verben des Fragens und Ungewissseins abhängen. Es ist zweifelhaft, ob Alcibiades in seinem 45. Lebensjahre gestorben ist. Es ist ungewiss, wer die Hermessäulen umgestürzt hat.
2. Prädikatsätze. Der Nebensatz bildet in diesem Falle nur einen Teil des Prädikates; daher ist der Prädikatsatz nur bei solchen Verben möglich, die an sich einer Vervollständigung des Prädikatsbegriffes bedürfen; es sind die Verba sein, werden, bleiben, scheinen.. B. „Hannibal wurde“ gibt keinen Sinn, es sei denn, das wir etwa hinzufügen: ein unerbittlicher Feind der Römer. Hannibal wurde, was sein Vater gewünscht hatte(sc. ein Todfeind der Römer). Was wurde Hannibal? Was sein Vater gewünscht hatte. Themistokles war es, der den Perserkönig zum Angriff veranlasste. Die Prädikatsätze sind Relativsätze und dienen dazu die Thätigkeit oder den Zustand des Subjektes des Hauptsatzes besonders hervorzuheben.
3. Attributsätze. Sie stehen auf die Frage was für ein? Da Substantive ebenso wie Adjektive als Attribute dienen können, so vertreten die Attributsätze entweder substan- tivische oder adjektivische Attribute. Die Scharen des Mardonius wurden bei Platää besiegt. Was für Scharen? also ist„des Mardonius“ attributiver Genetiv. In dem Satze„die Scharen, welche Mardonius anführte(unter Mardonius standen), wurden bei Platää besiegt“ vertritt der Nebensatz den genannten attributiven Genetiv. Ein Baum, der keine Früchte trägt, wird ausgehauen. Was für ein Baum? der unfruchtbare; hier also wird ein adjektivisches Attribut durch den Nebensatz vertreten. Die Attributsätze beginnen 1) mit Relativpronomina oder adverbia. Die Stelle, wo Turenne fiel, ist durch einen Stein bezeichnet.
2) mit interrogativpronomina oder-adverbia. Die Frage, Wer die Hermessäulen um- stürzte, ist heute nicht mehr mit Bestimmtheit zu entscheiden. Was für eine Frage? also Attributsatz, aber auch zugleich indirekter Fragesatz. Die Frage, ob Themistokles an Gift starb, wird von Thukydides bejaht. 3) Durch die Konjunktion„dass“. Die Ansicht, dass Alcibiades das Unglück Athens verschuldete, ist richtig. Was für eine Ansicht? also Attributsatz.
4. Objektsätze. Sie bilden das Objekt des Verbums des Hauptsatzes. Da nun die Verba zum Teil den Akkusativ, zum Teil den Dativ oder Genetiv, zum Teil auch einen von einer Präposition abhängigen Kasus bei sich haben, so zerfallen die Objektsätze in solche, die das Akkusativ-, Dativ-, Genetiv- oder Präpositionalobjekt vertreten. Eingeleitet werden die Objektsätze in derselben Weise wie die Subjektsätze, also entweder mit den Relativpronomina und-adverbia oder mit den Interrogativpronomina und-adverbia oder mit der Konjunktion „dass“. Der Objektsatz ist also entweder ein Relativsatz oder indirekter Fragesatz oder auch ein Konjunktionalsatz. Einige Beispiele! Wen(sSubstant. Relativpr.) der Herr liebt,(den)


