Druckschrift 
1 (1899)
Entstehung
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solcher Genetiv attributiver Genetiv genannt. Er bezeichnet: a) den Urheber, Erzeuger, Ver- anlasser(Gen. auctoris). Das Werk Gottes; Themistokles, der Sohn des Neokles; b) den Be- sitzer(Gen. possessoris): Das Schwert des Tiberius ist in Mainz gefunden worden. Das Schloss des Königs; c) die nähere Erklärung zu dem Substantiv, von dem der Genetiv abhängig ist (Gen. exegeticus); er macht aus der allgemeinen Gattung eine besondere Art: Wir schätzen die Tugend der Gerechtigkeit; d) Eine Eigenschaft(Gen. qualitatis). Man fragt nach diesem Genetiv mit der Frage: von welcher Art? Epaminondas, ein Mann geringer Abkunft(hierfür auch die Umschreibungvon geringer Abkunft) stieg zu den höchsten Ehrenstellen empor. Der König liess dem Sänger einen Becher puren Goldes(oderaus purem G. reichen); e) bei Substantiven, die von Verben gebildet sind oder eine Thätigkeit enthalten, bezeichnet der Genetiv: a. Das Subjekt, von dem diese Thätigkeit geübt wird. Die Eltern verdienen die Liebe der Kinder. Die Eltern verdienen, dass die Kinder(das thätige Subj.) sie lieben. Dieser Genetiv heisst Genetivus subiectivus; er wird zuweilen mitseitens umschrieben. Die Liebe seitens der Kinder. 6. Das Objekt, auf das sich die in dem regierenden Substantiv enthaltene Thätigkeit erstreckt. Darius, der Beherrscher Asiens, wurde von einem Häuflein Griechen geschlagen; Darius, welcher Asien beherrschte, u. s. w.Asien ist das Objekt, auf das sich das Beherrschen erstreckt; dieser Genetiv heisst G. obiectivus. Vielfach sind derartige Genetive und ihre regierenden Substantiva zu Wortverbindungen geworden. Die Wahrheits- liebe(lieben wen?), die Todesfurcht(fürchten wen?) der Ahnenstolz(stolz sein worauf?). Oft. wird der Gen. object., namentlich wenn leicht Zweideutigkeiten entstehen, durch einen präpo- sitionalen Ausdruck ersetzt. Die Feindesliebe; dafür: die Liebe zu den Feinden. Die Todes- furcht; dafür: die Furcht vor dem Tode. Da eine Reihe von Verba ihr Objekt in einem von einer Präposition abhängigen Kasus bei sich haben, so entspricht oft dem Gen. object. ein Substantiv mit einer Präposition. Die Furcht vor dem Tode(sich fürchten vor); der Ge- danke an den Tod(denken an). f) Das Ganze, von dem ein Teil genommen oder hervor- gehoben wird. a. Abhängig von Substantiven, die Mass, Zahl und Gewicht ausdrücken. Ein Teil der Soldaten fiel. Eine grosse Menge edlen Weines ging verloren. Wenn das Ganze kein adjekt. Attribut bei sich hat, so setzt man es ohne Kasusbezeichnung im Deutschen neben den Teil. Eine Menge Wein, aber eine Menge edlen Weines. g. Abhängig von Komparativen und Superlativen. Die Vernünftigeren der Soldaten unterliessen es zu klagen. Der schwerste der Siege ist sich selbst besiegen. Statt des von Komparativen und Superlativen abhängigen Gen. part. werden häufig die Präpositionenunter,von undaus gebraucht. Die edelsten unter(von) den Menschen. y. Abhängig von bestimmten und unbestimmten Zahl- und Fürwörtern. Keiner der zehnten Legion wird mich verlassen. Zwei der tapfersten Cen- turionen erlagen ihren Wunden. Auch hier ist die Umschreibung mitvon undunter geläufig; beiwer, z. B. wer von euch? ist sie das allein Mögliche.

2. von Verben abhängen. Es genügt sie in bestimmte Gruppen einzuteilen; sie alle auf- zuzählen, ist zwecklos. Es sind: a) Intransitiva, wie sterben, ermangeln, harren, sowie die der Gefühlsäusserung spotten, lachen; b) transitive Impersonalia: es ekelt, jammert, reut, ge- lüstet mich; c) Reflexiva: sich erinnern, sich annehmen, sich bemächtigen, sich bedienen, namentlich auch solche, die eine Gemütsstimmung ausdrücken: sich freuen, ärgern; d) Verba, die den Genetiv oder Akkusativ regieren; es sind dies die Verba des Bedürfens, Gedenkens und Erwähnens. Herrscher, gedenke der Athener! e) Verba, die einen Akkusativ der Person und einen Genetiv der Sache regieren. a. Die gerichtlichen Verba: anklagen, überführen, freisprechen.. Die Verba des Beraubens. y. Einzelne Verba: versichern, würdigen. Sokrates würdigte den Alcibiades seines Umganges.

3. Von Adjektiven. a) Von solchen, welche die Fülle oder den Mangel bezeichnen: