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Die Verba„geben, schenken“ u. s. w. leiteten zu der Beobachtung hin, dass manche Verba zwei Objekte bei sich haben, ein Personenobjekt und ein Sachobjekt; ersteres steht im Dativ und heisst das entferntere, letzteres steht im Akkusativ und heisst das nähere Objekt.
2. Das Attribut. Da auch von vornherein Sätze mit Attributen den Schülern be- gegnen, so ist auch dieser Satzteil möglichst bald in den Kreis der Betrachtung zu ziehen. Ausgangspunkt ist der einfache nackte Satz; z. B.: Der Löwe brüllt. Wenn wir diesen Satz erweitern und sagen:„Der kranke Löwe brüllt“, so enthält er ausser Subjekt und Prädikat noch etwas, nämlich das Adjektiv„krank“. Wie fragen wir nach diesem von dem ganzen Satze aus? Was für ein Löwe brüllt? Durch das Adjektiv wird also„der Löwe“, der die Thätigkeit„brüllen“ ausübt, näher bestimmt; man nennt ein solches Adj., das ein Subst. näher bestimmt, nähere Bestimmung oder Attribut. Nehmen wir einen anderen Satz, z. B.: Die Scharen der Perser wurden besiegt. Er enthält ausser Subjekt und Prädikat noch den Genetiv„der Perser“. Man fragt nach diesem Genetiv von dem ganzen Satze aus mit der Frage: Was für Scharen wurden besiegt? Mit dem Genetiv„der Perser“ werden„die Scharen“ näher bestimmt im Unterschied von den Scharen überhaupt oder etwa von denen der Griechen. Es ist also der Genetiv„der Perser“ eine nähere Bestimmung oder ein Attribut. Von dem Attribut des vor- hergehenden Satzes unterscheidet es sich dadurch, dass es ein Substantiv im Genetiv ist.
Anmerkung: Die Apposition, eine besondere Art des Attributes. Bilden wir eine dritte Art von Sätzen: Xerxes, der Perserkönig, wurde besiegt. Nach dem Ausdruck „der Perserkönig“ fragen wir von dem ganzen Satze aus mit der Frage: Was für ein Xerxes wurde besiegt? Aus dieser Frage geht— entsprechend den früheren Fällen— hervor, dass durch den Ausdruck„der Perserkönig“ Xerxes näher bestimmt, von anderen Personen gleichen Namens unterschieden wird; also ist der Ausdruck der Perserkönig ein Attribut. Durch Variation des Satzes ergibt sich, dass diese Art des Attributes von dem attributiven Genetiv verschieden ist, indem es stets in gleichem Kasus— wenn möglich auch in gleichem Numerus und Genus— mit seinem Substantiv steht. Eine nähere Bestimmung eines Substantivs durch ein anderes Substantiv in gleichem Kasus heisst Apposition; sie geht Wem Substantiv ent- weder voraus oder folgt ihm nach.
Das Ergebnis inbetreff der Attribute wird lauten: Jeder Satzteil, der aus einem Sub- stantiv oder dessen Stellvertreter(z. B. Pronomen) besteht, kann durch Attribute näher be- stimmt werden; diese sind entweder Substantive im Genetiv oder Subst., die in gleichem Kasus wie ihre regierenden Subst. stehen(Appos.), oder Adjektiva, die sich im Genus, Numerus und Kasus nach ihren Substantiven richten.
Interpunktionsregel. Die einem Subst. nachfolgende Apposition wird in Kommata eingeschlossen; z. B. Themistokles, der berühmte Staatsmann, musste aus Athen fliehen. Diese Regel findet keine Anwendung bei einem Eigennamen, dem ein einfacher oder ein durch ein Attribut erweiterter Titel, Stand, Beinamen, Verwandtschaftsgrad vorausgeht oder dem der nicht durch ein Attribut erweiterte Titel u. s. w. nachfolgt; z. B.: Fürst Bismarck; der greise Fürst Bismarck. Johannes der Täufer; aber: Johannes, der Täufer Christi.
3. Das Adverbium. Das Objekt bildet, wie wir gesehen haben, die unentbehrliche, notwendige Ergänzung zu dem Thätigkeitswort. z. B. Mit dem Satze:„Themistokles besiegte“ geben wir uns nicht zufrieden; wir fragen wen oder was? Erst wenn das Objekt„die Perser“ hinzugefügt wird, ist uns Genüge geleistet. Der Satz soll nun heissen:„Themistokles besiegte einst die Perser“; es dies ein einfacher erweiterter Satz; denn er enthält ausser Subjekt und
Prädikat zunächst noch das Objekt„die Perser“. Damit sind aber noch nicht alle Teile des 3


