— 18—
Satzes angegeben; vielmehr findet sich in ihm noch das Wörtchen„einst“. Es ist dies eine entbehrliche Ergänzung des Satzes, da dieser auch ohne derartigen Zusatz einen Sinn gibt. Man fragt von dem ganzen Satze aus nach dem Wörtchen„einst“ mit der Frage: Wann besiegte Themistokles die Perser? Mit wann fragt man, wie Beispiele aus dem alltäglichen Leben lehren, nach der Zeit; also hätten wir auch fragen können: Zu welcher Zeit besiegte Themi- stokles die Perser? Was wird durch„einst“ näher bestimmt? Die Thätigkeit des Besiegens oder das Thätigkeitswort, das Verbum. Deswegen heisst diese entbehrliche nähere Bestimmung des Verbums lateinisch Adverbium, d. h. zum Verbum gehörig. Deutsch heisst sie, weil sie einen nicht unbedingt notwendigen Umstand angibt(man erinnere an umständlich erzählen, Umstandskrämer) Umstandswort. Dass die Adverbia undeklinierbar sind, ist bereits fest- gestellt worden, ebenso die Thatsache, dass Adverbia auch dazu dienen, Adjektive und Ad- verbien näher zu bestimmen. z. B. Wir bemitleiden einen stets traurigen Knaben; hier wird durch das Adverbium„stets“ eine ganz bestimmte Art von traurigen Knaben bezeichnet. Oder: Ein recht aufmerksamer Knabe erringt Erfolge. Hier wird der recht aufmerksame Knabe von dem aufmerksamen Knaben geschieden.
4. Das Adverbiale. Noch fehlt ein Satzteil des einfachen, erweiterten Satzes, der überaus häufig vorkommt und dessen Behandlung im Anschluss an das Adverbium keine Schwierigkeit macht; es ist das Adverbiale. Oben lautete der Satz: Themistokles besiegte einst die Perser;„einst“ ist ein Adverbium, eine nähere entbehrliche Ergänzung. Der Satz soll jetzt heissen: Themistokles besiegte im fünften Jahrhundert(v. Chr.) die Perser. Man fragt nach dem Ausdruck„im fünften Jahrhundert“ gerade so wie nach„einst“ mit der Frage: wann? oder genauer: zu welcher Zeit? Ausserdem fragt man nach ihm auch von dem Verbum aus; also auch dieser Ausdruck bildet eine nähere, entbehrliche Bestimmung des Verbums. In seinem Wesen ist er jedoch von dem Adverbium verschieden. Dies besteht aus der flexionslosen Form des Adjektivs, der in Frage stehende Ausdruck jedoch besteht aus einem Substantiv und einer Praeposition(Verhältniswort). Eben dieser Verschiedenheit wegen nennt man eine solche nähere, entbehrliche Bestimmung des Verbums, die sich aus Substantiv und Praeposition zusammensetzt ¹), nicht Umstandswort, sondern Umstand, lateinisch nicht Ad- verbium, sondern Adverbiale, d. h. ein Ausdruck, der seiner Bedeutung nach dem Adverbium gleichkommt. Entsprechend der Einteilung der Averbia in solche des Orts, der Zeit, der Art und Weise und des Grundes unterscheidet man auch vier Gruppen der Adverbiala.
Der einfache nackte Satz— so lautet das Ergebnis— setzt sich aus Subjekt und Prädikat zusammen; der einfache erweiterte Satz kann ausser Subjekt und Prädikat ent- halten: 1) Attribut, 2) Objekt, 3) Adverbium oder Adverbiale. Es gibt also fünf Satzteile: Subjekt, Prädikat, Objekt, Attribut und Adverbiale bezw. Adverbium.
b) Mehrgliedrige Satzteile.
Der einfache nackte Satz besteht aus Subjekt und Prädikat; der einfache erweiterte Satz enthält ebenso meist nur ein Subjekt und ein Prädikat und ausserdem etwa ein Objekt, ein Adverbium oder Adverbiale; auch von den Satzteilen Subjekt, Objekt, Adverbiale ist ge- wöhnlich keiner durch mehr als ein Attribut näher bestimmt, z. B. Miltiades besiegte in der weiten Ebene von Marathon die siegesgewissen Perser. Nehmen wir nun den Satz:„Miltiades und die neun anderen Feldherrn der Athener besiegten in der Ebene von Marathon die an Zahl überlegenen, siegesgewissen Perser“, so haben wir zunächst 2 Subjekte Miltiades und
¹) Dass Adverbialbestimmungen auch durch den adverbialen Genetiv und Akkusativ gegeben werden, bleibt in VI unerörtert.


