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die Erzählung bald sehr schwerfällig werden, wenn man immer den Namen der Person oder Sache wiederholen wollte. Man gebraucht daher kleine Wörter, welche man statt des be- treffenden Personen- oder Sachnamens setzt, und nennt diese Wörter, da sie für ein Sub- stantivum(Nomen) stehen, Fürwörter oder Pronomina“. Die Pronomina können nur ge- braucht werden, wenn das Nomen schon genannt ist. Themistokles war ein Feind der Lake- dämonier; er hinterging sie oft. Die Einteilung der Pronomina ist dieselbe wie im La- teinischen: a) Pron. personalia, b) Pron. possessiva, c) Pron. demonstrativa, d) Pron. relativa, e) Pron. interrogativa, f) Pron. indefinita, g) Pron. reflexiva.
Zu a und g. Die Deklination der Personalpronomina macht keinerlei Schwierigkeiten, hat darum auch nicht den Gegenstand der UÜbung zu bilden. Die redende(erste) Person spricht von sich mit ich, meiner u. s. w. Zu einer bei ihr befindlichen, die sie anspricht (darum zweite oder angesprochene Person). sagt sie: Du u. s. w. Wenn zwei Personen(z. B. du und ich) über einen anderen sprechen, so sagen sie: er u. s. w.(darum die dritte oder besprochene Person). Zu betonen ist, dass sich das Pron. personale im Genetiv, Dativ und Akkus. auf das Subjekt des eigenen Satzes zurückbeziehen kann; dann nennt man es Pron. reflexivum. Während für die erste und zweite Person der Einzahl und Mehrzahl das rückbezügliche und nicht rückbezügliche Fürwort gleich lauten, ist das rückbezügliche Pronomen der III. Person von dem nicht rückbezüglichen in einzelnen Kasus verschieden. Der Vater ernährt mich (Personalpronom.); ebenso: ich ernähre mich(zurückbezüglich auf das Subj. des Satzes); der Vater ernährt ihn(z. B. den Sohn nicht zurückbezüglich); aber der Vater ernährt sich(zu- rückbezüglich auf das Subjekt des eignen Satzes). Eine Gegenüberstellung der Formen des rückbezüglichen und nicht rückbezüglichen Pronomens der III. Person ist hier vielleicht am Platze; dabei ergibt sich: 1) Das Lat. hat besondere rückbezügliche Formen für die dritte Person im Genetiv, Dativ und Akkusativ. 2) Das Deutsche hat besondere rückbezügliche Formen für die dritte Person im Dativ und Akkus. 3) Beide Sprachen stimmen darin überein, dass die Formen für alle 3 Geschlechter und im Singular und Plural gleich lauten: sui, sibi, se. Deutsch nur„Sich“ für Dativ und Akkus.
Zu b. Die Possessivpronomina oder besitzanzeigenden Fürwörter. Sie stehen für den Namen des Besitzers eines Gegenstandes und bezeichnen die Person, der der Gegenstand zu- gehört. Die erste oder sprechende Person hat das Possessivpron.„mein“, in der Mehrzahl „unser“, die zweite oder angesprochene Person„dein“ und„euer“; die dritte oder besprochene Person hat für das Masc. und Neutr. der Einzahl„sein“, für das Femin. der Einzahl„ihr“, im Plural entsprechend dem Personalpronomen für alle drei Geschlechter dieselben Formen, näm- lich„ihr“ In Bezug auf Deklination stimmen sie mit dem unbestimmten Artikel überein. Mit den Adjektiven haben sie gemein, dass sie als Teile des Prädikates unverändert bleiben. Gerade so wie die Adjektiva können sie auch durch Verbindung mit dem Artikel substantivische Bedeutung erhalten. Dein Buch ist neu; das meine ist alt. Doch gebraucht man in solchen Fällen auch die erweiterten Formen wie der meinige, deinige, seinige u. s. w.; also in dem Beispiel: Das meinige ist alt. Diese substantiviérten Pron. poss. dürfen nur dann gross ge- schrieben werden, wenn kein Substantiv bei ihnen zu ergänzen ist, z. B. Mögen die Deinigen noch lange leben!
Zu c. Die Demonstrativpronomina oder hinweisenden Fürwörter weisen auf eine be- stimmte Person oder Sache hin und heben sie so vor anderen gleicher Art hervor. Diese Pronomina sind: der, die, das; dieser, jener, solcher, derselbe, derjenige. Die beiden letzt- genannten Pronomina sollen so wenig wie möglich gebraucht werden¹), derselbe nur gleich
¹) Wustmann, Allerhand Sprachdummheiten 1. Aufl., S. 234 ff.
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