Druckschrift 
1 (1899)
Entstehung
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Hauptton auf dem Verbum selbst liegt: Vollbringen. Es empfehlen sich Gegenüberstellungen wie übersetzen und übersetzen; überlaufen und über laufen.

4. Die Steigerung. Der Positiv gibt nur an, dass einem Gegenstand eine Eigenschaft zukommt; der Komparativ, dass sie dem einen Gegenstand in höherem Grade als dem anderen zukommt; der Superlativ, dass sie einem von mehreren Gegenständen im höchsten Grade zu- komme. Es bedarf nur eines Hinweises darauf, dass der Komparativ im Deutschen auf er und der Superlativ auf(e)st, teilweise mit Umlaut ausgeht und dass sich die Steigerungs- formen der Deklination der Adjektiva im Positiv anschliessen. Bei der UÜbersetzung der lateinischen Sätze bereits ist die wichtige Regel vorzuführen, dass bei Vergleichen im Kom- parativ als gebraucht wird, nicht wie.

Interpunktionsregel. Vor den vergleichenden Wörtchen wie und als steht nur dann ein Komma, wenn ein vollständiger Satz, d. h. Subj. und Präd. folgt, z. B. Miltiades kehrte früher zurück, als es die Bewohner von Lemnus erwartet hatten. Aber Milt. starb früher als Themistokles(kein vollständiger Satz).

5. Die Präpositionen oder Vorwörter, wie sie ihrer Stellung nach heissen, drücken das Verhältnis oder die Beziehung eines Subst.(oder substantivisch gebrauchten Wortes) zu einem anderen Satzteil aus; daher werden sie auch Verhältniswörter genannt. Sie werden im Deutschen nach denselben Gesichtspunkten eingeteilt wie im Lat., d. h. nach den Kasus, die sie bei sich haben. Eine Zusammenstellung der Präpositionen, die den gleichen Kasus bei sich haben, etwa- auf Grund der Sätze des lat. Obungsbuches ist wohl von Nutzen; aber Verschen über die deutschen Präpositionen und wären sie die schönsten, auswendig lernen zu lassen, halte ich für eine Quälerei. Am Platze ist es, solchen Präpositionen eine besondere Beachtung zu schenken, die erfahrungsgemäss falsch gebraucht werden. In unserer Gegend hört man nicht selten: Ich komme bei dich; ebenso wirdwegen von dem Volke ausschliesslich mit dem Dativ verbunden. Vielleicht empfiehlt es sich auch, daraufhin zu weisen, dass die Präpositionen, die den Genetiv regieren, fast alle uneigentliche Präpos. sind, d. h. von Substantiven her- kommen, wie Zz. B. kraft, statt, oder von Participien entlehnt sind, wie während, ungeachtet. Besondere Aufmerksamkeit bedürfen auch die Präpos., die den Dativ und Akkussativ re- gieren; es sind dies: an, auf, neben, hinter, in, über, unter, vor und zwischen. Der Dativ steht bei ihnen auf die Frage wo? d. h. wenn die Ruhe an einem Ort bezeichnet wird, der Akkusativ auf die Frage wohin? d. h. wenn die Richtung nach einem Ort angegeben werden soll. Auch die Zusammenziehung der Präpositionen mit dem bestimmten Artikel gehört hierher.

6. Die Zahlwörter. Die Einteilung der bestimmten Zahlw. ist durch das Lat. bekannt. Von den Grundzahlen wird eins in dem Falle, dass es sich für sich allein steht, dekliniert; seine Formen lauten dann im Nomin. einer, eine, eins; es hat in den einzelnen Kasus die Endbuch- staben des bestimmten Artikels. Die übrigen Grundzahlen sind undeklinierbar; nur im Dativ nehmen sie, wenn sie ohne Substantiv stehen,(mit Ausnahme von 7) die Endung en an. Zwei und drei nehmen die Endungen des bestimmten Artikels im Genet. und Dat. an, wenn nicht ein Pronomen oder der Artikel vor ihnen steht; also: der Tod zweier tapferen Soldaten war zu beklagen. Die Ordinalzahlen, die bis 19 von den Grundzahlen durch die Endung te, von da an durch die Endung ste gebildet werden, werden gleich den Superlativen wie die Adjektiva dekliniert. Daneben hat eine Zusammenstellung der unbestimmten Zahlwörter stattzufinden; es dürften aus dem Latein bekannt sein: all, viel, ganz, wenig; mancher, jeder, einige, etliche.

7. Die Pronomina. Ihr Wesen wird am besten dadurch klar, dass man ihren Zweck klarlegt.Wenn man von einer Person oder Sache etwas erzählt, sagt Lyon!¹) so würde

¹) Handbuch I S. 33; dies Werk ist für den Lehrer der deutschen Grammatik unentbehrlich.