d) Einteilung der Zeitwörter.
1. Nach ihrem Subj. zerfallen sie:
a) in persönliche, die eine Person oder Sache zum Subj. haben; b) in unpersönliche (verb. impersonalia); die Stelle des Subj. vertritt bei ihnen„es“; sie kommen nur in der dritten Person Singularis vor; z. B.:„es regnet“:„es schneit“(die meisten Impers. bezeichnen Naturvorgänge).
2. Nach dem Obj. zerfallen sie:
a) in Verba transitiva, welche ihr Obj. im Akkusativ bei sich haben; schlagen, loben: b) in Verba intransitiva; dahin gehören alle Verba, welche ihr Obj. nicht im Akkus. bei sich haben: leben, begegnen; c) in Verba reflexiva, bei denen Obj. und Subj. ein und dieselbe Person ist; nur diejenigen Verba sind reflexiv, die ohne das Reflexivpronomen nicht vorkommen; z. B.„sich freuen“;„sich loben“ ist kein Verb. refl., sondern nur reflex. gebraucht; denn„Joben“ kommt auch mit anderem Obj., z. B.„den Schüler“ vor.
Die transitiven Verba bilden ein persönliches, die intransitiven ein unpersönliches und und die reflex. überhaupt kein Passiv.
3. Nach ihrer Bestimmung zerfallen sie:
a) in selbständige Verba, die für sich allein gebraucht werden können; b) in Hülfs- zeitwörter; sie kommen nur in Verbindung mit den selbständigen Verben vor. Sie sind a.) Hülfszeitwörter der Zeit: d. h. sie dienen zur Bildung einzelner Tempora der selbständigen Verba. Diese Hülfszeitwörter sind: sein, werden und haben.„) Hülfszeitwörter der Aussage- weise, d. h. sie geben der Satzaussage ein bestimmtes Gepräge. Die Hülfszeitwörter der Aus- sageweise sind: können, mögen, dürfen, müssen, wollen, sollen und lassen.
4. Nach der Bildung der Tempora zerfallen sie in solche, welche der starken und in solche, welche der schwachen Konjugation angehören. Die starke Konjugation bildet das Imperfekt, meist auch das Particip II durch Anderung des Stammvokals(Ablaut), wirft in der ersten und dritten Person Imperf. die Endung ab und bildet das Particip II auf en schwören, ich schwor— er schwor, geschworen. Die schwache Konjugation nimmt keine Veränderung des Stammvokals vor, hängt im Imperf. die Endungen te oder ete an und im Part. IIt oder et; weiden, weidete, geweidet; lieben, liebte, geliebt. Während im Lateinischen Praesens-, Perfekt- und Supinstamm für die Bildung der einzelnen Zeiten gewusst werden müssen, hat man sich im Deutschen Praesens, Imperfekt und II. Particip zu diesem Zweck zu vergegenwärtigen.
5. Der Bildung der Zeitwörter nach unterscheidet man: 1) einfache Verba(Verba simplicia), d. h. solche, die nur aus dem Stamm und der betreffenden Endung bestehen: lob-en, bring-en; 2) solche, die zusammengesetzt sind(Komposita). Zur Zusammensetzung dienen: a) die Vorsilben be, ent, er, ge, miss, ver, zer; bemühen, entschuldigen(empfehlen, empfangen ist mit der assimilierten Vorsilbe ent zusammengesetzt), erraten, gebrauchen, missdeuten, ver- leiten, zerbrechen; b) Adverbien und Präpositionen hinter, entgegen, wider, heraus, hinaus, fort, herab, hinab, herauf; an, ab, auf, aus, bei, mit, nach, vor, zu u. s. w. Je nachdem die Präpos. oder das Adverb in einzelnen Zeitformen von seinem Verbum getrennt wird oder nicht, unterscheidet man trennbar und untrennbar zusammengesetzte Zeitwörter: Trennbar zusammengesetzt sind diejenigen Zeitwörter, bei denen der Hauptton auf dem ersten der beiden Bestandteile, auf der Präposition oder dem Adverb liegt: herabwerfen, ich werfe herab. Part. II herabgeworfen; ebenso tritt beim Infinitiv mit„zu“ das„zu“ zwischen die beiden Be- standteile herabzuwerfen. Untrennbar zusammengesetzt sind diejenigen Verba, bei denen der


