— 6—
Verbum). Plural: 1. Person: en, wir loben, singen, lobten, sangen. 2. Person: t oder et, ihr lobt, antwortet, lobtet, antwortetet, sanget. 3. Person: en, sie loben, antworten, lobten, antworteten, sangen.
3. Die Bildung des Konjunktivs Praesentis und Imperfecti Activi. Die Endungen sind: e, est, e, en, et, en. Er behauptet: ich höre, hörte, singe, sänge; du hörest, hörtest, singest, sängest; er höre, hörte, singe, sänge; wir hören, hörten, singen, sängen; ihr höret, hörtet, singet, sänget; sie hören, hörten, singen, sängen. Die im Konjunktiv Imperfekti der starken Konjugation eintretende Veränderung der Inlaute des Indikativs a, o, n in ä, ö, ü heisst Um- laut, z. B. Er behauptet, ich brächte(Ind. brachte), verlöre(Ind. verlor), trüge(Ind. trug).
4. Die Bildung des Imperativs. Sie erfolgt dadurch, dass e und et an den Präsens- stamm angefügt wird; lieb-en; also lieb-e. lieb-et. Eine Reihe von Imperativen der starken Konjugation hat im Singular keine Endung. Verdirb, stirb, friss.
5. Der Infinitiv, die Grundform, stellt den Stamm des Verbums mit angefügtem en dar: lieb-en, bring-en.
6. Das erste Particip, auch Particip Praesens Activ genannt, entsteht dadurch, dass man an den reinen Stamm end oder ud anfügt, lieb-end, trauer-nd.
7. Das zweite Particip entsteht dadurch, dass man bei Verben der schwachen Kon- jugation t, bei Verben der starken Konjugation en an den reinen Stamm anfügt. Den Verben der starken und schwachen Konjugation, welche den Ton auf der ersten Silbe haben, ist im II. Particip die Vorsilbe ge, Augment genannt, gemeinsam; gelobt, vörsingen, vorgesungen, aufbessern, aufgebessert; aber: verwérfen, verworfen, überträgen, übertragen.
8. Alle Tempora des Aktivs ausser Praesens und Imperfekt sowie alle Tempora des Passivs werden mit Hülfe anderer Zeitwörter gebildet: diese heissen darum Hülfszeitwörter; es sind: haben, sein und werden. Mit haben sind zusammengesetzt: das aktive Perfekt ¹), Plusquamperfekt und Futurum II. Mit werden bildet man Futur I und II des Activs und Passivs, Praesens und Imperfekt Passiv und Perfekt und Plusquamperfekt Passiv. Da nun bei dem Futur I im Activ und bei dem Praesens Passiv„ich werde“ u. s. w. verwendet wird, so ist, um Verwechselung vorzubeugen, besonders darauf hinzuweisen, dass im Futur Activ hinter dem„ich werde“ der Infinitiv, im Praesens Passiv aber das Particip steht. Den Inf. erkennt man daran, dass man„ich will“ davor setzen kann, während sich vor dem Particip ein„ich habe“ einschieben lässt. Beisp.„ich werde loben“(Inf.; denn man kann sagen:„ich will loben“*).„Ich werde gelobt“(Particip: denn man kann sagen:„ich habe gelobt“). Diese Regel über den Unterschied von Praesens Passiv und Futur Activ wird festgehalten, da es erfahrungsgemäss für den Schüler nicht genügt zu fragen: thut oder leidet das Subjekt etwas?
9. Auch die verschiedenartige Perfektbildung im Deutschen ist schon in Sexta zu be- sprechen, um von vorn herein den hässlichen Fehlern, wie ventus sum„ich bin gekommen“, das Wasser abzugraben. Die Regel, die sich hier ergeben muss, lautet: die Verba bilden im Deutschen im allgemeinen ihr Perfekt mit„haben“; mit„sein“ bilden ihr Perfekt:
1) Die Zeitwörter, welche den UÜbergang von einem Zustand in einen anderen aus- drücken, z. B. genesen; es bildet den Übergang von dem Zustand„krank sein“ zu dem Zu- stand„gesund sein“.
2) Die Zeitwörter, welche die Bewegung von einem Ort nach dem anderen ausdrücken*); z. B. gehen, ich bin gegangen.
¹) UÜber die mit„sein“ gebildeten Perfekta siehe den folgenden Absatz. ²) Die Fälle, in denen auch hier„haben“ gebraucht wird, können in Sexta füglich beiseite bleiben.


