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2 (1898)
Entstehung
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ohne Grund mit mir Krieg anfängt? 3.Wäre doch Ariovist nicht nach Gallien gekommen. In allen diesen Sätzen steht der Konjunktiv der Präteritalformen. I 1.Diviciakus sagte, dass die Sequaner und Häduer von allem Ungemach frei gewesen wären, wenn die Germanen nicht nach Gallien gekommen wären. 2.Cäsar fragte seine Soldaten, wer wohl glauben möchte, dass Ariovist so ohne Grund mit ihm Krieg anfinge. 3.Alle Gallier wünschen, dass Ariovist nicht nach Gallien gekommen wäre. Die Sätze, welche bereits in unabhängiger Rede im Konjunktiv der Präterialformen stehen, stehen also in abhängiger auch im Kon- junktiv der Präteritalformen. II 1.Warum belästigt Du mich in meinem Gebiete? 2.Ich werde in der nächsten Nacht um die 4. Nachtwache aufbrechen. IIb 1.Ariovist fragte Cäsar, warum er ihn in seinem. Gebiete belästige. 2.Cäsar sagte in seiner Rede zu den Soldaten, er werde in der nächsten Nacht um die 4. Nachtwache aufbrechen. III. In ab- hängigen Nebensätzen wird der Konjunktiv Präsentis durch den des Imperfekts ersetzt, wenn der Konjunktiv dem Indikativ gleich ist.Warum habt ihr doch Ariovist herbeigerufen? Diviciakus fragte die Sequaner, warum sie den Ariovist herbeigerufen hätten. Im Latei- nischen bildet für die Wahl des Tempus in einem innerlich abhängigen Nebensatz das Tempus den Ausgangspunkt, in dem das Verbum des Hauptsatzes steht. Der Deutsche dagegen fragt bei jedem konjunktivischen Nebensatz: Wie heisst der Satz direkt? In welchem Tempus und Modus steht er?

3) Die Hilfszeitwörter der Aussageweise ¹) III.

Es gibt zwei Gruppen von Hülfszeitwörtern, nämlich die Hülfszeitwörter, die zur Bildung einzelner Tempora dienen, und die Hülfszeitwörter der Aussageweise. Zu den ersten gehören: sein, haben, werden. Die letzteren sind: können, mögen, dürfen, müssen, sollen, wollen und lassen. Je nach dem Gebrauch der Hülfszeitwörter des Modus wird der Sinn des Satzes geändert. Der Satz: Cäsar greift den Ariovist an, ist ein reales Urteil. Cäsar kann den Ariovist angreifen, drückt aus, dass Cäsar die Fähigkeit dazu hat infolge seines Feld- herrntalentes oder infolge seiner Truppen. Gebraucht man das Hülfszeitwort mögen, so be- deutet der Satz, dass Cäsar den Ariovist nach dem Willen oder Wunsche eines anderen an- greifen darf; z. B.: der Senat hat nichts dagegen, wenn er ihn angreift. Heisst der Satz: Cäsar darf den Ariovist angreifen, so drückt er aus, dass Cüsar die Erlaubnis dazu hat. Dieser Satz ist wohl zu unterscheiden von der bescheidenen Behauptung: Cäsar dürfte den Ariovist angreifen. Der Satz: Cäsar muss den Ariovist angreifen, gibt die Notwendigkeit infolge äusserer Umstände an. Gebraucht man das Hülfszeitwort sollen, so drückt der Satz aus, dass irgend jemand dem(äsar befiehlt, den Ariorist anzugreifen. Cäsar will den Ariovist, angreifen, bedeutet, dass es der Wille Cäsars ist, den Ariovist anzugreifen; etwa weil er erkannt hat, es sei nötig, den Ariovist anzugreifen. Der Satz, Cäsar muss den Ariovist an- greifen, bedeutet dagegen nur, dass ihn äussere Umstände dazu zwingen. Der Satz: Cäsar lässt einen Platz zum Lager auswählen, kann ausdrücken, dass Cäsar es gestattet oder zu- lässt. Dann kann dieser Satz bedeuten, dass Cäsar es befohlen hat. Der Satz, Cäsar will Recht gehabt haben, drückt aus, dass er es behauptet, Recht gehabt zu haben. Sagt man, Cäsar soll Recht gehabt haben, so drückt man aus, dass man es so gehört hat, dass man aber über die Richtigkeit des Berichteten nicht entscheiden will.

IIa. Es ist ein direkter Fragesatz und ein Urteilssatz zu bilden. b. Diese Sätze sind abhängig zu machen. III. Welche allgemeine Regeln ergeben sich aus dem Vergleich dieser im Konjunktiv stehenden Nebensätze? ¹) Ohne Hülfen geschrieben.