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preisgeben, die meine Bundesgenossen sind.“ Indir. Rede: Cäsar sagte, dass er unter keinen Umständen die preisgeben werde, die seine Bundesgenossen seien; oder da der Nebens. im subj. Konj. steht: C. sagte, er werde unter keinen Umständen die preisgeben, die u. s. w. Aus diesen Beisp. ergibt sich: alle Aussagesätze kommen in der indir. Rede in den subj. Konj., desgleichen alle Nebensätze. Cäsar sagte:„Kommet möglichst zahlreich in das Lager“; Cäsar sagte, dass sie möglichst zahlreich in das Lager kommen sollten, oder: sie sollten möglichst zahlreich in das Lager kommen Diviciakus sagte bittend:„Cäsar, lass uns nicht, zu Grunde gehen“. Abhängig von Div. bat: Diviciakus bat, Cäsar möchte sie nicht zu Grunde gehen lassen. Beide Beispiele lehren, dass alle Befehlssätze in der indir. Rede mit den Hülfszeitwörtern„sollen“ und„mögen“, die auch im subj. Konj. stehen, gebildet werden. Direkte Fragesätze gehen in der indirekten Rede in indirekte Fragesätzel) über und kommen gleichfalls in den Konj. subj. Cäsar fragte:„Welche Forderungen stellt Ariovist?“; Cäsar fragte, welche Forderungen Ariovist stelle. Bei der Verwandlung der direkten Rede in die indirekte ist noch zu beachten, dass der Ind. Imperf. in den Konj. Perf. übergeht.„Ich er- mahnte die Soldaten zur Schlacht“, sagte Cäsar. Indirekt: Cäsar sagte, er habe die Soldaten zur Schlacht ermahnt. Für die Formen des Konj. Praes., die dem Ind. gleichlauten, treten die des Imperf., für die des Perf. die des Plusquamperf. und für die des Fut. die mit würde gebildeten ein. Sie gelobten, sie würden kommen; für direkt:„Wir werden kommen“.
c. Die indirekten Fragesätze.
Die zweite Gruppe der Nebensätze, die das Subjekt oder Objekt des Hauptsatzes ver- treten, bilden die indirekten Fragesätze. Ein direkter Fragesatz hat eine solche Form, dass mit ihm unmittelbar die beabsichtigte Erkundigung eingezogen werden kann: z. B.: Wann ist Cicero geboren? Gibt man eine Frage wohl dem Sinne und Inhalte nach, nicht aber dem Wortlaut und der Form nach wieder, so führt man sie indirekt an. Der Fragesatz, der von einem Hauptsatze abhängig ist, heisst ein indirekter Fragesatz. 1. Abhängen kann ein solcher von den Verben, welche eine Ungewissheit, ein Zweifeln, ein Schwanken, Prüfen, Fragen, Entscheiden, die sinnliche oder geistige Wahrnehmung oder das Sagen enthalten. 2. Wie bei den direkten Fragesätzen, so unterscheidet man auch bei den indirekten a) Wortfragen, sie werden durch die Interrogativpronomina oder-adverbia eingeleitet; b) Satzfragen, diese beginnen mit der Konjunktion ob; c) auch in die indirekte Frage kann der Fragende hinein- legen, dass er die Antwort ja erwartet; er fügt dann„nicht“ oder„denn nicht“ ein; Ariovist fragte den Cäsar, ob denn nicht die Römer auch in ihrem Gallien unumschränkt herrschen wollten. Dass man die Antwort nein erwartet, kann nicht zum Ausdruck gebracht werden; d) die indirekte Doppelfrage wird durch ob— oder, ob— oder ob, ob oder nicht eingeleitet; e) auch die begehrenden Fragen in ihren verschiedenen Formen kehren in der indirekten Frage wieder. Ich fragte, warum ich dies thun solle. Ariovist fragte die beiden Abgesandten, ob er ihnen trauen solle.
Wie ein Dass-Satz, so kann auch eine Satzfrage mit ob ein Attribut des Subjekt- substantivs vertreten. Die Thatsache(was für eine?) dass Cäsar den Ariovist besiegt hat, ist bekannt. Cäsar quälte die Ungewissheit(was für eine Ungewissheit?), ob ihm die zehnte Legion folgen werde.
Der Modus der indirekten Fragesätze ist teilweise der Ind., teilweise der Konj. Steht im Hauptsatz das Praes., so folgt meist der Ind. Wir sind ungewiss, ob uns Cäsar Hülfe
¹) Uber sie vergl. das folgende.


