Druckschrift 
1. Hälfte (1845)
Entstehung
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Bald darauf am 28. April 1828, verließ er ſeine Vaterſtadt Camberg und die von ihm gegründete Taubſtummen⸗Anſtalt. Er zog mit ſeiner Familie nach Wien, welches ihm während ſeiner Bildungsjahre lieb geworden war, und das er nun zu ſeinem künftigen Wohnort erwählt hatte. Unvergeßlich bleiben in ſeinem Vaterlande die großen Verdienſte, welche er ſich um die Taubſtummen⸗Anſtalt zu Camberg erworben hat. Wie um einen ſcheidenden Vater verſammelten ſich die meiſten ſeiner geweſenen Zöglinge um ihn, als er von Camberg Abſchied nahm, um ihm unter Thränen des Dankes die heißeſten Wünſche für ſein ferneres Wohl⸗ ergehen darzubringen.

Mit dem Abgange des Hofraths von Schütz endigt die erſte Periode der Geſchichte der Anſtalt. Dieſe iſt hinſichtlich des Unterrichts dadurch charakteriſirt, daß faſt bis gegen das Ende derſelben ausſchließlich nach der Methode des Abbé de PEpée und Abbé de Sicard der Unterricht betrieben wurde. Der Sprachun⸗ terricht begann mit dem Fingeralphabet, wobei die Schüler die ſchriftlichen Sprach⸗ zeichen kennen lernten. Darnach wurde ihnen eine geſchriebene Fibel, worin ein⸗ fache, Beiwörter und Zeitwörter vorkamen, die ſich auf die Gegenſtände ihrer eigenen Anſchauung bezogen, als erſtes Uebungsmittel in die Hände gegeben. Dazu kam noch eine Hauptwörterſammlung, um die nächſten Gegenſtände bezeich⸗ nen zu lernen, und nun wurde alsbald der Satzbau und mit dieſem der gramma⸗ tiſche Unterricht angefangen. Zum freien ſchriſtlichen Ausdrucke ſeiner Gedanken konnte der Schüler erſt dann veranlaßt werden, nachdem er bereits mit den Regeln der Sprache hinlänglich vertraut war, wozu gewöhnlich, ein vierjähriger Unterricht kaum ausreichte. Die künſtliche Zeichenſprache ſtellte man als Hauptbildungs⸗ mittel oben an; durch ſie allein glaubte man im Stande zu ſein, ſeinen Zögling lebendig beim Unterrichte zu erhalten; jenes ſo wunderbar kräftigen, dem Geiſte des Menſchen erſt wahres Leben und Wärme ſchaffenden Mittels der Lautſprache entbehrte dagegen die Anſtalt bis hierhin, außer der Einübung einzelner Wörter und Sätze, faſt gänzlich.