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1. Hälfte (1845)
Entstehung
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XII

Als bildungsunfähig wurden wegen Blödſinns aus der Anſtalt wieder entlaſſen:

1. Wilhelm, Johann von Coblenz,

2. Jung, Marie von Hof bei Marienberg,

3. Ein Unbekannter(Siehe Anmerkung S. XII),

4. Kirchgaͤſſer, Marie Anne von Oberweſel,

5. Probſt, Katharine von Oberurſel,

6. Probſt, Nikolaus von Oberurſel,

7. Martin, Eliſabethe von Langenſchwalbach,

8. Heun, Wilhelm von Dietkirchen,

und wegen Kraͤnklichkeit. 9. Haxel, Johann Heinrich von Hunzel. Die 1840 aufgenommene Katharine Joſephine Ems von Sindlingen war 1842 wegen Bloͤd⸗

ſinns entlaſſen und iſt auf dringende Geſuche des Vaters bei Herzoglicher Landes⸗Regierung 1844 wieder aufgenommen worden.

Bis 1845 ſtarben in Camberg folgende Taubſtummen:

1. Eliſabethe Schmitt von Dieburg in Heſſen, am 18. September 1833, 2. Johann Peter Neiſer von Obershauſen, am 20. October 1835,

3. Katharine Margarethe Römer von Ooͤrsdorf, am 3. Februar 1837 und 4. Anne Margarethe Will von Molsberg, am 31. October 1841.

Am Schluſſe des 25ten Schuljahres der Anſtalt ſind die Zoͤglinge bis zur Nr. 191 des obi⸗ gen Verzeichniſſes entlaſſen worden. Nach Abzug der 4 Geſtorbenen, der 8 wegen Bloödſinns und des 1 wegen Kraͤnklichkeit entlaſſenen Taubſtummen verließen alſo, waͤhrend des 25jaͤhrigen Beſtehens der Anſtalt, dieſelbe 178 Taubſtummen.

Anmerkung.

Im Jahr 1828 wurde ein verſtoßener, etwa 24 25 Jahre alter, Taubſtummer, von un⸗ bekannter Herkunft, im Herzogthum als Bettler aufgegriffen. Da er bei ſeiner Einziehung aller⸗ lei naͤrriſches Zeug machte, ſo hielt man ihn fuͤr einen Irren und brachte ihn daher in die Irren⸗ anſtalt nach Eberbach. Als derſelbe in der Folge jedoch keine Spuren von Geiſteszerruͤttung zu erkennen gab, und man fuͤr ſein kuͤnftiges Fortkommen durch Erziehung in dem Taubſtummen⸗ Inſtitute am beſten zu ſorgen gedachte, ſo wurde er 1833, vor dem Anfange des neuen Lehrkur⸗ ſus, nach Camberg gebracht. Hier wurde er, nach vielen Verſuchen, als gaͤnzlich bildungsunfäͤhig erkannt und, weil er ſtoͤrend auf die andern Zoͤglinge einwirkte, 1835 wieder aus der Anſtalt entlaſſen. Da ſeine Heimathsverhaͤltniſſe bis dahin noch nicht haben ermittelt werden koͤnnen, ſo wurde er auf Koſten des Land⸗Armenfonds auch ferner in Camberg untergebracht. Er ſtarb einige Jahre darauf an den Folgen ſeiner unbegrenzten Freßſucht, ohne daß man bis heute auch nur das Geringſte uͤber ſeine fruͤheren Verhaͤltniſſe erfahren haͤtte..