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I. Geſchichte der Anſtalt.
Mit dem 15. Juni dieſes Jahres feiert das Taubſtummen⸗Inſiitut ſein fünf und zwanzigjähriges Beſtehen als öffentliche Anſtalt. Nachdem nämlich der edle Menſchenfreund, Freiherr Hugo von Schütz, welcher, ſelbſt taubſtumm, ſeine Bildung in dem Taubſtummen⸗Inſtitute zu Wien erhalten, ſchon längere Zeit hindurch ſich mit dem Unterrichte einzelner Taubſtummen in ſeiner Vaterſtadt Camberg beſchäftigt hatte, legte er, von dem innigen Wunſche getrieben, ſeinen Mitmenſchen auch in weiteren Kreiſen nützlich zu ſein, hoher Landesregierung den Plan vor, ſein Privatinſtitut zu einer Landesanſtalt zu erweitern. Dieſer Plan erhielt die höchſte Genehmigung. Freiherr von Schütz wurde zum Director des nunmehrigen Landes⸗Inſtituts ernannt, auch ſpäter zur Anerkennung ſeiner Verdienſte, mit dem Character eines Hofrathes bekleidet, und der erſte öffentliche Curſus, nach vorhergegangener Bekanntmachung durch das Intehigenzblatt, am 15. Juni 1820 mit 16 Zöglingen eröffnet.
So war denn eine der wichtigſten und wohlthätigſten Anſtalten unſerm Vater⸗ lande geſchenkt, und obwohl dieſelbe anfangs nur von wenigen inländiſchen Taub⸗ ſtummen beſucht wurde, ſo wuchs doch bald auch ihre Zahl von Jahr zu Jahr durch die väterliche Sorge hoher Landesregierung, welche durch Zuſchüſſe aus offentlichen Mitteln auch den Kindern armer Eltern es möglich machte, an dem Unterrichte zu Camberg Theil zu nehmen.
Und ſo zählte denn auch in dem verfloſſenen Schuljahre 184¾, wieder unſre Anſtalt 64 Zöglinge,— 40 Knaben und 24 Mädchen— von welchen 59 dem Innlande, und 5— 3 Knaben und 2 Mädchen— dem Auslande angehören. Vier Zöglinge bekennen ſich zur moſaiſchen Religion; ein Knabe iſt Mennonit; die Uebrigen ſind theils katholiſch⸗, theils evangeliſch⸗chrinlich.
Von dieſen wurden nach dem Beginn des Schuljahres, 30. Mai v. J., 10 Knaben und 3 Mädchen neu auſgenommen. Dagegen mußte der Zögling Jo⸗ hann Heinrich Harel von Hunzel, wegen fortwährender Krankheit zu Anfang
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