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Linter, Amts Limburg, ungeſäumt einzuberufen, da deren Beſoldungen bereits mit dem 1. Januar 1820 ihren Anfang nehmen würden. Die Einberufung derſelben fand am 13. Januar 1820 ſtatt und am 17. deſſelben Monats trafen Hisgen und Deußer gleichzeitig in Camberg ein.
1. Lorenz Hisgen wurde 1798 den 28. Mai in Montabaur geboren. Sein Va⸗ ter war daſelbſt Rothgerber und ſchickte ihn als Knabe in die daſige Elementarſchule. Nich dem Beſuche derſelben trat er in das damals in Montabaur noch beſtehende Gymnaſium, welches er bis zu deſſen Aufloͤſung im Jahr 1817 beſuchte. Nun kam er, am 2. Juni 1817, als Haus⸗ lehrer zu Herrn Joſeph Neb, der zu St. Thomas bei Andernach am Rhein, eine Leder⸗ fabrik hatte. Hier brachte er mit Unterweiſung der Kinder deſſelben ein ganzes Jahr zu, und mußte nun, um ſeiner Militaͤrdienſtpflicht nachzukommen, 1818 nach ſeiner Vaterſtadt wieder zu⸗ rück und daſelbſt ein Jahr unter der Reſerve dienen. Dieſer Dienſt nahm ihn jedoch nicht ſehr in Anſpruch, ſo daß er waͤhrend desſelben noch hinlaͤnglich Zeit fand, ſich als Gehilfe bei der Herzoglichen Landoberſchultheiſerei Meudt zu beſchaäͤftigen. Im Herbſte 1819 beſchloß er dem Lehrerfache ſich für immer zu widmen, und meldete ſich deshalb bei Herzoglicher Landes⸗Regierung um eine Reallehrerſtelle. Nachdem er die hierzu vorgeſchriebene Pruͤfung bei dem Schulrath Dr, Gruner in Idſtein beſtanden hatte, wurde er, wie bereits geſagt, am 13. Januar 1820 als Lehrer an dem Taubſtummen⸗Inſtitut zu Camberg einberufen.
2. Georg Chriſtian Deußer wurde zu Mensfelden, einem Dorfe im Herzog⸗ lich naſſauiſchen Amte Limburg, am 14. Juni 1799 geboren. Seine Eltern, welche Landleute waren, ſchickten ihn bis zu ſeinem 14ten Jahre in die dortige Elementarſchule. Fruhe gab er ſeine Neigung zum Lehrerfache zu erkennen, und dies bewog ſeine Eltern, nach ſeinem beendigten Schulbeſuche, die Fortſetzung ſeiner Bildung bis zum Eintritt in ein Schullehrer⸗Seminar dem Lehrer Hehner zu Mensfelden zu uͤbertragen. Im Jahr 1816 trat er in das Lehrer⸗Semi⸗ nar zu Idſtein, wo ihn jedoch die Zeitverhaͤltniſſe, in Betreff ſeiner gewünſchten Fortbildung, nicht ſehr zu begünſtigen ſchienen, da bald nach ſeinem Eintritte die Anſtalt formlich aufgeloͤſt und der ſogenannte Denzel'ſche Lehrcurſus eroͤffnet wurde. Das Seminar erhielt unterdeſſen eine neue Organiſation und bekam junge, kräftige Lehrer, an deren Spitze der Schulrath Dr. Gru⸗ ner als Director angeſtellt wurde. Im Jahr 1817 ward G. Chr. Deußer unter die Schü⸗ ler des neuen Seminars aufgenommen und wohnte ſo dem erſten Curſus unter Leitung des Schulraths Dr. Gruner bei. Nach Beendigung deſſelben war er fäͤhig, aus dem Seminare entlaſſen und als Lehrer angeſtellt zu werden; allein er blieb, aus freier Wahl, noch laͤngere Zeit im Seminare. Als er 1819 aus demſelben ausgetreten war, wurde ihm bald darauf, am iten October 1819, die Lehrvicarſtelle an der Elementarſchule zu Linter, im Amte Limburg, überwieſen, welche er bis zu ſeiner Einberufung an das Taubſtummen⸗Inſtitut zu Camberg bekleidete.


