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herauszuheben und ihr Wohl auf mannigfache Art zu fördern, dafür liefert uns dies gewiß den ſchönſten Beweis, daß nun ſchon über 150 Taubſtummen⸗Anſtalten in Europa gegründet worden ſind. An der Spitze derſelben ſtehen die bereits angeführten zu Paris und Leipzig; es folgen daher in Nachſtehendem nähere An⸗ gaben über ihre Gründer.
I. Abbé de l'Epée.
Charles Michel Abbé de l'Epée wurde zu Verſailles am 25. November 1712 geboren und widmete ſich dem geiſtlichen Stande. Schon mit feinem 17ten Jahre hatte er ſeine Studien dazu beendet, man ertheilte ihm jedoch die heil. Weihen nicht, weil er ſich weigerte, ein Formular zu unterzeichnen, das bei Gelegenheit der janſeniſtiſchen Religionsſtreitigkeiten abgefaßt worden war. Darauf betrat er die Laufbahn des Rechtsgelehrten und praktizirte kurze Zeit als Parlamentsadvokat. Dieſe Beſchäftigung konnte aber ſeinem ſanften, friedlichen Charakter nicht lange zuſagen, er ſuchte daher durch die Vermittelung des Prälaten Bossuet zu Troyes die Prieſterweihe zu erhalten und wurde bald darnach Prediger und Kanonikus daſelbſt. Allein durch ſeine janſeniſtiſchen Grundſätze zog er ſich den Unwillen des Erzbiſchofs von Paris zu, der ihn daher alsbald ſeines Amtes entſetzte. Von nun an lebte Abbé de l'Epée von den Renten ſeines ererbten väterlichen Vermö⸗ gens zu Paris. Im Jahr 1755 wurde er hier mit einer Familie bekannt, welche zwei taubſtumme Mädchen hatte, und wegen des Paters Vanin Tod, der den Taubſtummen ſchon Unterricht ertheilt hatte, ganz untröſtlich war. Von Mitleid gerührt, verſprach de l'Epée, den begonnenen Unterricht der beiden taubſtummen Mädchen fortzuſetzen. Sein ſcharfer Blick ſetzte ihn in den Stand, alsbald eine Zeichenſprache zu erfinden, mittelſt deren es möglich war, Taubſtumme der menſch⸗ lichen Geſellſchaft zuzuführen. Seine erſten Verſuche glückten ihm, und nun be⸗ ſchloß er, ſein ganzes Leben dem Unterrichte der Taubſtummen zu widmen. Dies führte er auf eine ſo edle und humane Weiſe aus, wie es ſrüher und bis heute noch kein anderer Taubſtummenlehrer gethan hat. Auf ſeine eigenen Koſten grün⸗ dete er gegen 1760 eine Anſtalt für Taubſtumme, deren Ausbildung er ſich mit dem regſten Eifer unterzog. Seine ganze jährliche Einnahme von 6,000 Francs verwendete er auf die Erziehung und Pflege ſeiner Zöglinge, für deren Bedürfniſſe


