41
Theils vor, theils nach dieſem feſtlichen Tage, den 21. 22. und 25. April fand die Abiturientenprüfung unter dem Vorſitze des Königl. Regierungs⸗ und Schulraths, Herrn Dr. Vogel, als dazu ernannten Königl. Commiſſarius Statt. In derſelben wurden von 15 Schü⸗ lern des Gymnaſiums 12 für reif, 3 für unreif, von 13 Extraneern 9 für reif, 4 für unreif erklärt. Die als reif entlaſſenen Schüler waren folgende: Robert Elpel aus Arnoldsdorf, 8 ½ Jahre auf dem Gymnaſium; Franz Enſelein aus Wanſen, 9 ½ Jahre auf dem Gymnaſium; Julius Heyder aus Klein-Peterwitz 9 ½ Jahre auf dem Gymnaſium; Joſeph Kerſeck aus Streh⸗ len, 9 ½ Jahre auf dem Gymnaſium; Emil Kienel aus Grottkau, 8 ½ Jahre auf dem Gymna⸗ ſium; Carl Kriſten aus Glaz, 9 ½ Jahre auf dem Gymnaſium; Julius Pantke aus Henners⸗ dorf, 8 ½ Jahre auf dem Gymnaſium; Carl Scholz aus Breslau, 9 ½ Jahre auf dem Gymna⸗ ſium; Julius Schubert aus Breslau, 6 ½ Jahre auf dem Gymnaſium; Moritz Baron von Strachwitz aus Bruſchewitz, 7 ½ Jahre auf dem Leobſchützer und hieſigen Gymnaſium; Bruno Teichmann aus Breslau, 9 Jahre auf dem Gymnaſium; Wilhelm Weſſoli aus Diſtelwitz,
Jahre auf dem Gymnaſium. Alle waren 2 ½ Jahre in der oberſten Klaſſe. Von ihnen ſtudiren alle Theologie hier in Breslau, außer v. Strachwitz, welcher Jurisprudenz und Came⸗
ralia gewählt hat.
Am 26. April begannen erſt die Lehrſtunden. Am Morgen dieſes Tages Leſemmaken ſich die Lehrer und Schüler im großen Saale zur Emfübrung des neuen Lehrers der Mathe⸗ matik und Phyſik, Dr. Carl Friedrich Julius Sondhauß. In ſeiner Einführungs⸗Rede ſprach der Director den Wunſch und die Hoffnung aus, daß der neu ernannte Lehrer den Schülern, wie den Collegen das zu ſein ſich bemühen werde, was ihnen beiden ſein Vorgänger geweſen ſei. Der neue Lehrer entgegnete in ſeiner Rede mit den Verſicherungen des beſten Willens und dem Wunſche, ſich die Liebe ſeiner Collegen, das Vertrauen ſeiner Schüler' ſich zu erwerben.
. Der neue Lehrer iſt geboren zu Breslau 1815, wo ſeine Eltern noch leben. Im Jahre 1827 bezog er das Gymnaſium, deſſen Lehrer er iſt, und verließ es im Jahre 1835 mit dem Zeugniſſe der Reife. Auf der Univerſität hierſelbſt weilte er 4½ Jahre, beſonders ma⸗ thematiſchen und naturwiſſenſchaftlichen Studien hingegeben. Am 4. Februar 1841 erwarb er ſich die Würde eines Doctors der Philoſophie durch Vertheidigung einer Abhandlung de vi, quam calor habet in fluidorum capillaritatem. Nachdem er auch bald darauf die pädago⸗ giſche Prüfung beſtanden hatte, trat er in das pädagogiſche Seminar ein und lehrte als deſſen Mitglied ein halbes Jahr am hieſigen Gymnaſium. Doch im Auguſt 1841 wurde er an die Ritteraka⸗ demie nach Liegnitz geſendet, an der er 1 ½ Jahre als Inſpector wirkte und von wo er zu uns zurückkehrte. Das dießjährige Oſterprogramm der dortigen Anſtalt erwähnt, ſeinen Abgang 9. dauernd, ehrenvoll ſeines dortigen Wirkens.
Zu Oſtern übernahm der Candidat Idzikowski als Mitglied des pädagogiſchen Se⸗ minars Stunden am Gymnaſium, und vom 1. Mai an wurden die naturhiſtoriſchen Stunden dem Candidaten Dr. Becker übertragen. 6


